Konzerte & Party

Doherty, Casablancas und Plenti live in Berlin

Julian CasablancasEs ist raus. Der „New Musical Express“ hat die 50 Alben der Dekade gewählt. Auf dem ers­ten Platz steht „Is This It“ von The Strokes, gefolgt vom Libertines-Album „Up The Bra­cket“. Platz acht geht an Interpol und „Turn On The Bright Lights“. Nun ist Musik bekanntlich Geschmackssache und wird von Land zu Land gerne mal verschieden bewertet, aber man muss sich schon fragen, was The Strokes in so einer Liste auf dem vordersten Platz zu suchen haben. Die Band hat ohne Frage ein gutes Debüt vorgelegt, dem man eine emblematische Rolle im Zuge der Wiederent­deckung von Punk und Garagenrock zuschreiben darf. Doch vom objektiven Standpunkt aus muss man klar feststellen, dass „Is This It“ die Menschen nicht mehr als alles andere bewegt hat.
Noch immer profitieren die Pop-Protagonis­ten des Jahrzehnts also vom Echo, das sie zu Beginn hinterlassen haben. Sie durften in diesem Jahr alle ein Soloalbum veröffentlichen. „Phrazes For The Young“ heißt das von Julian Casa­blancas. Mit ihm verlängert der Frontmann der Strokes die schon vier Jahre andauernde Auszeit der Band, und das durchaus zu seinen Gunsten. Casablancas hat sich lo­cker gemacht, wirkt ausgeschlafen, lässt die Songs fünf Minuten lang laufen, bietet Einflüsse von Country bis The Human League an und macht sich sogar Gedanken über die Welt, in der wir leben. Trotzdem wird er dafür nicht den Freischwimmerschein bekommen. Allein schon wegen seiner markanten Stimme klingt es am Ende doch nach The Strokes und nicht nach Weiterentwick­lung.

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