Konzerte & Party

Doppelkonzert von The XX im Astra Kulturhaus

The XXWenn Romy Madley-Croft durch die Jahresbestenlisten der Musikmagazine blättert, findet sie immer wieder den Namen ihrer Band. Die Begeisterung um das Debüt von The XX freut die 20-Jährige natürlich; wäre da nicht der zunehmende Stress. Keyboarderin und Gitarristin Baria Qureshi warf erst kürzlich das Handtuch; einen Teil ihrer Konzerte 2009 sagten die ge­hyp­ten Jungspunde ab, aus Er­schöpfung. Derzeit aber scheint sie die allgemeine Euphorie wieder zu tragen. In Songs wie „Crystalised“ oder „VCR“ feiern The XX die Reduktion, rücken mal nichts als ein kriechendes Gitarrenmotiv ins Schlaglicht, mal nur einen schräg brummenden Keyboardton oder simple Computerbeats. Daneben bleibt viel Luft. Manchmal herrscht auch einen Taktschlag lang Stil­le. Wenn Madley-Croft und Sandkastenfreund Oliver Sim dann selbstversunkene Zeilen über Liebe und Sehnen anstimmen, denkt man an ein zartes Schlafwandlerpärchen unterm Vollmondhimmel. Dunkelpoeten wie Joy Division oder Velvet Underground klingen an; auch die Sound-Alchimisten von Portishead. Doch wo die Trip-Hopper an ihren surrealen Störklängen oft monatelang herumfeilen, hat sich die markante Minimal­ästhetik von The XX fast von selbst ergeben. Als die Band vor nicht allzu langer Zeit anfing, Songs zu schreiben, beherrschten sie ihre Instrumente in Grenzen. Songs wie den Hit „VCR“ zu spielen, sei „nicht wirklich einfach“ gewesen, sagt Madley-Croft offen. „Das war damals die Art, wie wir spielen konnten. Aus dieser Einschränkung he­raus sind die Songs so geworden, wie sie sind.“ Zum Glück sind The XX weise genug, die Lücken nicht zu schließen. Der Fantasie öffnen sie damit verführerische Räume.

Text: Ulrike Rechel

The XX, Astra Kulturhaus, Fr 22.1., 20 Uhr + 23.20 Uhr (beide ausverkauft)

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