Konzerte & Party

Dornenreich in der St. Bartholomäus-Kirche

Eviga

tip Euer Konzert führt Euch in die St. Bartholomäus-Kirche in Friedrichshain. Ein Ort, an dem Konzerte nur selten stattfinden.
Eviga Wir wollten einen sehr stimmungsvollen, außergewöhnlichen Rahmen für diese Akustik-Konzerte. Die Räumlichkeit wirkt sich stark auf das Konzerterlebnis aus und wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere vielschichtige und atmosphärische Musik, sowie unser hoch emotionaler Ausdruck sich besonders gut in Kirchen bzw. Gebäuden entfaltet, die sowohl einen beeindruckenden Klangraum als auch eine zeremonielle Grundschwingung bieten.

tip In den 90er-Jahren wären Konzerte von Black Metal Bands in Kirchen quasi undenkbar gewesen. Dornenreich agierten aber seit jeher abseits eines plakativen Kontextes.
Eviga So ist es. Unsere musikalische und lyrische Botschaft hat nichts mit der eindimensionalen Rebellionspose zu tun, die unter dem Genre-Begriff „Black Metal“ durch die Medien geistert.

tip So enthält auch das aktuelle Album „Flammentriebe“ einen dezidierten Kommentar zum Verhältnis Individuum und Gesellschaft, zum Überleben und zu Gewinnmaximierung. Handelt es sich um ein Konzeptalbum im klassischen Sinne?
Eviga Durchaus, ja. Musik und Text sind im Falle Dornenreichs immer sehr detailliert miteinander verwoben und „Flammentriebe“ ist einerseits ein klar zivilisationskritisches Album und andererseits ein Bekenntnis zu einem zyklischen Lebensverständnis, in dem der Mensch als Teil des Seinsganzen begriffen wird – und nicht als der König der Welt, als der er sich dieser Tage selbst zu begreifen scheint.

tip Der Titel Eures Albums deutet in mehrere Richtungen. So steht Trieb einerseits für den Zwang, etwas zu tun, andererseits auch für einen Begriff aus der Flora… ist diese komplementäre Interpretation gewollt, das Bild der Zerstörung und das zyklische Moment in der Natur?
Eviga Der Trieb des Menschen nach unaufhörlichem Fortschritt, vermeintlicher Höher- und Weiterentwicklung auf der einen Seite und das zyklische Werden und Vergehen – repräsentiert durch den pflanzlichen Trieb – auf der anderen Seite, genau. Es geht mir hier darum, den Scheideweg, auf dem sich der moderne (westliche) Mensch befindet, sprachlich zu verdichten und in einem eindringlichen Bild auszugestalten.

tip Klanglich geht es auf „Flammentriebe“ zurück zu den Black-Metal-Wurzeln. Wie entstehen die Kompositionen?
Eviga Am Anfang jedes Albums steht zumeist der Albumtitel, in dem schon viel von dem schwingt, was sich später in Musik und Text entwickelt. Die Basis jedes Stückes entsteht, indem ich meiner Intuition auf der Gitarre folge. Die melodische, harmonische und rhythmische Detailausarbeitung erfolgt dann in enger Zusammenarbeit mit Inve und Gilvan. Die Worte der Texte spüren schließlich den Bildern, Gesten und Botschaften nach, die in der Musik bereits angelegt sind.

tip Textlich wiederum wird eine ästhetische Nähe zur Romantik offenbar.
Eviga In Naturmetaphorik und Universalpoesie stehen viele meiner Texte der Romantik nahe, ja. Und im individuellen Umgang mit der Sprache an sich lässt sich auch der Expressionismus als Einfluss meiner Texte ausmachen.

tip Treten Dornenreich das erste Mal in Berlin auf?
Eviga Nein. Wir haben in den bisherigen siebzehn Jahren unserer Bandgeschichte schon viele Male Konzerte in Berlin gegeben und waren 2009 auch einige Tage für die Post-Production unserer Live-DVD „Nachtreisen“ in Berlin.

tip Wie ist der Eindruck von der Stadt?
Eviga Leben möchte ich selbst nicht in einer so großen Stadt wie Berlin, doch Berlin hat ohne Frage einen faszinierenden Puls und eine anziehende geschichtsträchtige Aura.

Interview: Ronald Klein

Dornenreich, St. Bartholomäus-Kirche, Fr 25.01., 20 Uhr

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