Konzerte & Party

Dota + Überraschungsgäste im Lido

Dota und Band

Gut Ding will Weile haben. Beziehungsweise im hiesigen Fall: Gut Ding braucht leider manchmal eine Weile, bis auch die letzten kapieren, dass es ein gut Ding ist. Seit mehr als zehn Jahren überzeugt die ehemalige Straßenmusikerin nun schon mit klugen, spitzfindigen und empfindsamen Texten über Zwischenmenschlichkeit, Selbstreflexion und gesellschaftliche Probleme; deren Kostbarkeit und Raffinesse scheinen viele Player des Musikbusiness aber jetzt erst so richtig erkannt zu haben. Im Frühjahr dieses Jahres klopfte überraschend die GEMA in Gestalt der Jury des Deutschen Musikautorenpreises an Dotas Tür, um ihr den Fred-Jay-Preis zu übergeben. Dieser ehrt seit 1989 deutsche Liedtexter, die sich durch ein besonderes Sprachgefühl hervortun. In den Jahren zuvor waren erst Anna Depenbusch, dann Cäthe ausgezeichnet worden; beides Musikerinnen, deren künstlerische Њuvres längst nicht nur qualitativ hinter dem Dotas hinterherhinken. Doch die Berlinerin nahm die späte Anerkennung gelassen: „Es hat mich nie interessiert, Texte zu schreiben, die die Absicht haben, ein möglichst großes Publikum zu erreichen“, meint sie. Sie sei überzeugt davon, dass man mit Kunst nicht zielen dürfe: „Wenn man getroffen hat, wird man es schon merken.“

Text: Henrike Möller

Foto: Sandra Ludewig

Dota + Überraschungsgäste, Lido, Cuvrystraße 7, Kreuzberg, ?Do 8.1., 20 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr, ?Fr 9.1., 20 Uhr (ausverkauft)

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