Konzerte & Party

Dream Theater im Admiralspalast

Dream Theater

Portnoy. Petrucci. LaBrie. Myung. Ruddess. Musiktheoretikern bescheren diese Namen wässrige Münder und leuchtende Augen. Soli, 13/8- und 19/16-Takte, Polyrhythmen, Picking – mit derlei Zutaten haben die genannten Herren in ihrer Band Dream Theater die Messlatte, wie epischer Heavy Metal nahe am Muckertum klingen kann, kilometerweit gen Himmel gehoben. Umso erschütternder war es, als sich Mike Portnoy aus diesem auch kommerziell sehr erfolgreichen Powerhouse zurückzog. Über 25 Jahre war der Trommler, Background-Sänger, Texter und Co-Produzent neben Gitarrist John Petrucci so etwas wie der Anker des New Yorker Quintetts. 2010 fühlte er sich dann ausgebrannt. Der Rest veranstaltete kurzerhand ein Casting unter den weltbesten Schießbuden-Bedienern, die sich in den Probesessions fast Knoten in die Arme spielten. Das Rennen machte, wen wundert’s, ein Professor des Berklee College of Music namens Mike Mangini. Der mehrfache Rekordhalter im Höchstgeschwindigkeits-Gepauke hat seitdem mit der Band zwei Alben aufgenommen. Verändert hat sich dabei nicht viel. So präsentiert auch das selbst betitelte aktuelle Werk all die bekannten Markenzeichen: Riffs und Gegniedel satt, unfassbarer Detailreichtum und ein Haufen orchestraler Glam-Melodien. „Dream Theater sind lebendig, pulsierend und bewegen sich immer vorwärts“, so Petruccis überschwänglicher Kommentar zu dem Opus. Musiktheoretiker können also aufatmen – so ihnen ob der technischen Höchstleistungen nicht die Luft wegbleibt.

Text: Roy Fabian

Foto: Chad Griffith

Dream Theater, Admiralspalast, Friedrichstraße 101, Mitte, Di 15.07., 19 Uhr, ?VVK 44–54 Euro zzgl. Gebühr

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