Konzerte & Party

Drei Fragen an Billy Bragg

BILLY_BRAGG_ASJ-9451_epitaph_HIGH_RES_by_Anthony_St_JamesSeit 30 Jahren mixen Sie nun schon Pop und Politik. Hat sich dieser Ansatz bewährt?
Na ja, grundsätzlich halte ich das schon für eine gute Idee, vor allem, weil Popkultur normalerweise von jungen Leuten gemacht wird und die so ihren eigenen Zugang zur Politik kriegen können. Rückblickend kann ich sagen: Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du. Insgesamt denke ich, der Feind von uns allen, die eine bessere Welt wollen, ist nicht  der Kapitalismus, sondern der Zynismus.

Für eine bessere Welt haben Sie sich oft auch in Berlin eingesetzt …
Ja, ich bin früher öfters beim „Festival des politischen Liedes“ aufgetreten, im damaligen Ost-Berlin. Im Februar 1989 hat man mich gefragt, was ich von Glasnost halten würde, und ich habe geantwortet: „Gute Sache, nur kann man nicht Glasnost haben und gleichzeitig die Berliner Mauer.“ Deshalb hat man mich mit einem Bann belegt und mir gesagt, ich würde nie wieder in der DDR spielen. Da hatten sie recht.

Ihre kommende Tournee überschneidet sich teilweise mit der Fußball-EM, bei der K.o.-Runde sind Sie gar in den USA. Kein Interesse? Als Engländer!?
Von wegen! Fußball ist mein Lieblingssport. Ich bin West-Ham-Fan, wir spielen gerade um den Aufstieg in die Premier League. Aber was die Euro angeht, speziell das Team von England, glaube ich nicht, dass ich viel verpassen werde. Die Gruppenphase kriegen wir ja noch in Europa mit, und danach ist England wahrscheinlich eh draußen … 

Interview: Helmut Heimann
Foto: 2007 Anthony Saint James

Billy Bragg Heimathafen Neukölln, Do 17.5., 21 Uhr, VVK: 25 Ђ

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