Konzerte & Party

Drei Fragen an Peter Buck

Peter Bucktip Mr. Buck, warum nehmen R.E.M. ausgerechnet in Berlin auf?
Peter Buck Warum Berlin? Dumme Frage! Wir würden mit Sicherheit ein billigeres Studio in Ohio finden, aber wir legen Wert auf ein anregendes Umfeld. Den ersten Teil haben wir in New Orleans aufgenommen, sind nachts durch die Bars gezogen und haben Trompetenspielern zugehört. Allerdings haben wir vorher nicht gewusst, dass jetzt WM ist und hier alle so aus dem Häuschen sind.

tip Was können Sie über die neuen Songs von REM sagen?
Buck Sie sind breiter aufgestellt als beim letzten Mal, einige sind wunderschön, einige sind intensiv, es wird eine sehr emotionale Platte. Es wird reduzierter, ohne Overdubs, mit akustischen Elementen, guten Einzelauftritten … Bis jetzt bin ich begeistert.

tip Wie hat Sie in New Orleans die Ölkatastrophe berührt?
Buck Ich will kein Hypokrit sein, auch ich fahre Auto und habe bei BP getankt. Wir lernen erneut, wie fragil die Dinge sind, wie wenig für die Sicherheit getan wird. Und noch in 100 Jahren werden die Menschen unter den Konsequenzen leiden. Das Öl hört einfach nicht auf zu fließen, alles Leben im Golf wird zerstört, der Tourismus an den Stränden geht kaputt, zig 100 000 Menschen verlieren ihren Job. Als ich im Mai dort war, riet man mir noch schnell Crawfish zu essen, denn in sechs Monaten wird es sie nicht mehr geben.

Interview: Christine Heise

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