Konzerte & Party

Drei große Bands – drei neue Platten

Kins Of Leon: Mechnical BullLässig und gut gelaunt
Mit „Mechanical Bull“ gelingt ihnen wieder ein Treffer ins Schwarze. Die Band aus Tennessee wirft den Ernst über Bord, zeigt sich gut gelaunt, unkompliziert und lässig wie nie. In „Don’t Matter“ etwa, einem wuchtigen Song, der den Hörer keine Sekunde vom Haken lässt und intensiver rockt als alles, was man bislang von Kings of Leon zu hören bekam. Ebenso in „Family Tree“, das einen gelungenen Flirt mit dem Funk beginnt, während sich „Rock City“ gehörig groovend zeigt, nachdem die Band im Intro respektvoll in Richtung Stones genickt hat. Die Steelguitar buhlt hier ebenso um Aufmerksamkeit wie Streicher in der verträumten Ballade „Comeback Story“. Überhits wie „Sex on Fire“ liefert „Mechanical Bull“ keine, versteht es aber, auf erfreulich unaffektierte Art Spaß zu verbreiten.

Text: Nadine Kleber

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Kings Of Leon, Mechanical Bull (Sony Music)

 

Placebo: Loud Like LoveQualitätsarbeiter
Brian Molko ist als exaltierter Charakter berüchtigt, ausgestattet mit einer metallischen Kehle, die man hassen oder lieben kann. Übers stilistische Handwerk aber sind Placebo erhaben. Und so ist auch das siebte Album des Londoner Glamrock-Trios eine runde Sache im Vergleich zum rockbetonten Vorgänger „Battle For The Sun“ mit klaren Stimmungs- und Stilvarianten. Die Gefühlslage ist weicher, das Klangbild weniger manisch. Schön auch die Melodramen über krank gelaufene Beziehungen, so im Tränenzieher „Bosco“ über eine im Alkohol ertrinkende Liebe.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar (4/6)

Placebo, Loud Like Love (Vertigo/Universal)

 

Manic Street Preachers: Rewind The FilmOhne E-Gitarre
Die Waliser haben eine Abkehr vom hymnischen Rock auf „Send Away The Tigers“ und „Postcards From A Young Man“ angekündigt und Wort gehalten. Hätte man damit gerechnet, dass der großartige Richard Hawley im Titelsong singt, umgeben von akustischen Gitarren und Streichern? Es ist auch nicht verkehrt, dass die Manics der elektrischen Gitarre mal Spielverbot erteilen. So kommt die Pop-Sensibilität der Band noch klarer zum Vorschein. In „Show Me The Wonder“ geben bei Dexys Midnight Runners ausgeborgte Bläsersätze den Ton an. Ungewohnt ist, dass es sich bei „Manorbier“ um ein Instrumental handelt. Ganz der Alte ist Cheftexter Nicky Wire. Er rechnet in „30 Year War“ mit der britischen konservativen Partei ab und findet für „3 Ways To See Despair“ oder „This Sullen Welsh Heart“ typisch mürrische Worte. Die Band bleibt besonders.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Manic Street Preachers, Rewind The Film (Columbia/Sony Music)

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