Konzerte & Party

Drei Tage Desertfest im Astra Kulturhaus

Clutch

Wüsten sind gemeinhin schweineheiß und staubig oder saukalt und eisverkrustet. Nur selten ziehen sie daher eine Seele an, zumindest keine menschliche. Ganz anders verhält es sich beim Desertfest Berlin, das bereits zum dritten Mal die Jünger des gitarrenlastigen Donnerwetters lockt. Auch in diesem Jahr gleicht die aus London importierte Veranstaltung einem Schlaraffenland, in dem Stoner-, Doom- und Psychedelic Rock in Strömen fließen. 33 Bands aus 14 Ländern an drei Tagen auf zwei Bühnen sind zu verschnabulieren, in der bewährten Mischung aus Legenden, Senkrechtstartern und Underground-Knabbereien. Zur ersten Kategorie gehören zweifellos Clutch (Foto) aus Germantown, Maryland, die seit Anfang der Neunziger Bluesriffschinken mit Krummtaktnote räuchern. Zudem stehen Spirit Caravan um Scott „Wino“ Weinrich auf dem Programm, um nach längerer Auszeit erneut ihre klassisch vollmundige Groovesoße anzurühren. Die Emporkömmlinge der norwegischen Kvelertak wiederum hauen einfach alles in den Topf, was sie in die dreckigen Finger bekommen: Hardcore-Punk, Black Metal, Schweinerock – voilа! Mantar aus Hamburg gehen ähnlich rustikal zu Werke und garnieren auf ihrem aufsehenerregenden Debüt „Death By Burning“ schwartigen Sludge mit rohem Death Metal. Aus dem übrigen Line-up gebratener Krachtauben sind schließlich noch die Lokalmatadore von Red Stoner Sun hervorzuheben. Die Urgesteine der hiesigen Stoner-Szene haben sich Ende 2013 mit „Echo Return“ zurückgemeldet, knusprig wie eh und je. Und da sage noch einer, Wüsten seien unwirtliche Orte.

Text: Roy Fabian

Desertfest mit Clutch, Spirit Caravan, Kvelertak, Mantar u. a., ?Astra, Do 24.4., 18 Uhr; Fr 25.4., 15 Uhr; ?Sa 26.4., 14 Uhr; VVK: 3-Tagesticket 85 Euro, Tagesticket ab 35 Euro zzgl. Gebühr

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