Industrial-Electro

Driftmachine im Roten Salon

Menschliche Maschinen und Modulare Synthies: Driftmachine

Foto: Misha Shkurat

Schon im Namen des Projekts Driftmachine scheint ein Widerspruch zu stecken: Driften bedeutet schließlich nichts anderes als sich treiben lassen, mit offenem Ausgang. Man macht also, was Maschinen gerade nicht tun sollen. Die haben doch gemeinhin eine Aufgabe zu erfüllen. Beim genaueren Hinhören und Nachlesen, was das Duo programmatisch umtreibt, ergibt der Name allerdings dann doch Sinn: Die beiden Musiker Andreas Gehrt, (sonst unterwegs mit dem Tied & Tickled Trio) und Florian Zimmer (Saroos) lassen sich klangtechnisch gerne dorthin treiben, wohin sie ihr Modularer Synthesizer führt. Bei diesen Geräten können unterschiedliche Komponenten (manche Module dienen der Klangerzeugung, andere verändern ihn dann) aufs unterschiedlichste zusammengebaut und verbunden werden – es sind kaum technische Grenzen gesetzt.
So geht es bei diesem Projekt nicht nur ums Experimentieren, sondern auch darum, die Maschinen sprechen zu lassen. Eine Driftmachine-EP (nur auf Kassette veröffentlicht) ist zum Beispiel nach dem griechischen Begriff für den Weg zu sich selbst benannt: „Eis Heauton“. Auch Maschinen können scheinbar mit sich selbst reden. Das klingt dann nach düsterem, verschlurftem Industrial-Dub, der sich in Grauzonen bewegt – ganz wie wir Menschen es oft tun: in den Zwischenwelten der Nacht, wie auf „Nocturne“ (2014), oder wann immer Konturen schwinden. „Colliding Contours“ heißt das neue Album.

Roter Salon Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, So 8.1., 20 Uhr, Eintritt 15 Euro

Bewertungspunkte3

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