Konzerte & Party

The Duke & The King im Magnet

The Duke & The King im Magnet in BerlinKaum sind die derben, straßen­pflastererprobten Gebrüder Felice aus den Wäldern von Upstate New York wieder aus Berlin ver­schwun­den, kündigt sich wahrer Balsam für die Zurückgebliebenen an: Simone Felice, der Ältere, Weisere, Ruhigere und Poetischere der Brüder, hat einen ganzen Stapel neuer, persönlicherer Songs, als er sie je mit Bruder Ian zustande brachte, zu einem eigenen Album gebündelt.
Ganz leise und wohlig, mit hoher, feinfühliger Stimme schaut er in den Spiegel des Weltenlaufs und bittet: Vergiss mich nicht, wenn du berühmt bist. Irgendwie ist damit natürlich die eigene Erfolgsband gemeint, aber auch alle Freunde und Rockstars, die unter die Räder des Startums kamen. Seine größten Helden wissen Tausende Lieder davon zu singen, Sam Cooke, Townes Van Zandt, Neil Young und Joni Mitchell. Die Wände seiner Waldhütte sind mit den Texten ihres Albums „Blue“ tapeziert. Lange bevor er The Felice Brothers gründete, hatte sich Simone bereits als Autor und Slam Poet einen Namen gemacht, reiste damit gar bis Berlin, im Herbst erscheint sein erster Roman. Gedichte und Songs zu schreiben ist sein tägliches Geschäft, das er mit der Disziplin eines Meisters ausführt, früh aufstehen, keine Ablenkung. Dabei ist die Musik von The Duke & The King, die sich nach zwei Figuren aus „The Adventures Of Huckleberry Finn“ benannten, spielerisch und gar nicht streng. Seelenvoll auch dank harmoniesatter, gospeliger Gesangsarrangements, eifrig gelernt von Partner Robert „Chicken“ Burke beim verrück­ten Hund George Clinton, der seinerzeit noch vor den Funkadelics die Motown-Schule mitbegründete. Heute nun paaren sich hier die Generationen und Stile zu spirituellem Folksoul, archaisch und zukunftsweisend gleichermaßen.

Text: Christine Heise

The Duke & The King, Magnet, Sa 28.11., 20.30 Uhr, VVK: 14 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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