Konzerte & Party

The Duke Spirit im Lido

The Duke Spirit

Manchmal genügt schon ein Blick aufs Plattencover, wenn man etwas über den Gemütszustand einer Band erfahren will. Auf „Cuts Across The Land“, dem Debütalbum von The Duke Spirit, posiert der Hirsch stolz in sicherer Entfernung. Jetzt, zwei Alben später, starrt ein Schafsbock den Betrachter frontal an. Seine Hörner wirken im Nu bedrohlich. „Bruiser“ lautet der Titel des neuen Longplayers. Gemeint ist ein Muskelprotz, der ganz schnell für blaue Flecken sorgt. Bock und Schläger – hinter dieser Symbolik entdeckt man eine Band, die ganz offensichtlich glaubt, sich die nötige Härte für den Überlebenskampf antrainiert zu haben. Einfach haben es The Duke Spirit wahrlich nicht. Jedes Mal, wenn sie neue Songs geschrieben haben, müssen sie sich einen neuen Label-Partner suchen. Sängerin Liela Moss und die vier Männer an ihrer Seite konnten sich nie auf die Hype-Maschinerie in ihrer Heimat verlassen. Sie zitieren nicht aus dem britischen Beat-Fundus oder geben sich auf andere Weise patriotisch. In der Stimme von Moss entdeckt man die Urgewalt einer Grace Slick, die Band changiert zwischen Velvet Underground, Sonic Youth und psychedelischem Rock. In der Mehrzahl hört man amerikanische Einflüsse heraus, für Aufnahmen reisen The Duke Spirit gerne nach Los Angeles. Heraus kommt eine erdige Rockmusik, in der sich die überragende Präsenz der Sängerin und die behutsame Art ihrer Begleiter perfekt ergänzen. Seltsam, dass so eine Band es so schwer hat.

Text: Thomas Weiland

The Duke Spirit + Tape The Radio, Lido, So 25.9., 21 Uhr, VVK: 18 Euro

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