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DVD-Tipp: Big Star – Nothing Can Hurt Me

Big Star

Wenn man mit 15 Jahren erst zum zweiten Mal am Mikrofon steht und gleich einen Welthit produziert, ist das gefährlich für den Charakter. Die Geschichte von Alex Chilton (Foto Mitte) , dem weißen Jungen mit der schwarzen Stimme, und dem 67er-Hit „The Letter“ mit The Box Tops, ist dazu ein offenes Buch.
Freier, aber auch komplizierter wurde es mit der Band Big Star, in der Chilton in Konkurrenz zu Chris Bell stand, Bandgründer und sensibler Songwriter. Drei Alben hat das Power-Pop-Quartett Anfang der Siebziger aufgenommen, und alle fielen der schlechten Vermarktung zum Opfer. Ob R.E.M., Teenage Fanclub, The Replacements, Hot Chip oder The Flaming Lips – noch heute leuchten die Augen, wenn sie vom Spirit dieser Memphis-Band sprechen: „Pain transformed into music.“ (Ross Johnson)
Drew DeNicola folgt in seiner Dokumentation den Spuren und dem Mythos von Big Star und lässt Produzentenlegende Jim Dickinson ebenso zu Wort kommen wie Bandmitglieder und Cecilia, Schwester von Chris Bell, der 27-jährig bei einem Autounfall ums Leben kam.
Ein Denkmal für die verkannten Talente und ein Dokument der anderen Seite von Memphis.

Text: Christine Heise

Foto: William Eggleston / Eggleston Artistic Trust

BIG STAR – Nothing Can Hurt Me, DVD/Blu-Ray (STAX/Concord)

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