Konzerte & Party

Eddie & The Hod Rods im Wild At Heart

Eddie & The Hot Rods

Eine Depression, die zur Obsession wird. Ein Jugendlicher, der sein ganzes Geld für Koks ausgibt. Ein Vater, der vor lauter Wut die Kleidung des Balgs zerfetzt. Ein Bewährungshelfer, der vergeblich versucht, seinen Probanden zu bändigen. Darum geht es in „Teenage Depression“, dem unvergessenen Aufruf zu Aufruhr von Eddie & The Hot Rods aus dem Jahr 1976. Er hätte der Band eigentlich eine Hauptrolle bei der wenig später einsetzenden Punk-Randale ermöglichen müssen. Aber die Herren waren damit zu früh dran und hatten auch sonst mit dem Problem zu kämpfen, nirgends richtig dazuzugehören. Eddie & The Hot Rods kamen aus der Küstenstadt Southend-on-Sea und damit aus der Gegend, in der Dr. Feelgood zu Hause waren. Die Parallelen waren offensichtlich. Beide Gruppen spielten harten R&B-Rock mit Turbo-Tempo, wirkten wie ehrliche Arbeiter und wurden dem belächelten Pub-Rock-Genre zugerechnet. Als es 1977 in London richtig heiß wurde, tourte die Band gerade durch die USA. Im selben Jahr feierten Eddie & The Hot Rods mit „Do Anything You Wanna Do“ zwar ihren größten Single-Erfolg, aber der Song war im Vergleich zu dem, was vorher war, erstaunlich zahm. Danach begann der Stern der Band zu sinken. Originalsänger Barrie Masters hielt den Namen Eddie & The Hot Rods nach unzähligen Trennungen, Umbesetzungen und Unterbrechungen dennoch am Leben und bringt die für ihn typische Anti-Haltung in neueren Songs wie „High Society“ oder „Bad Man“ nach wie vor mit voller Überzeugungskraft zum Ausdruck.

Text: Thomas Weiland

Eddie & The Hot Rods, ?Wild At Heart, Di 31.12., 22 Uhr, ?VVK 14 Euro zzgl. Gebühr

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