Konzerte & Party

Eels im Tempodrom

Eels

Fragt man Eels-Chef Mark Oliver Everett nach seinem Gefühl, Platten aufzunehmen, sagt er, es werde immer schwieriger. Aus dem Mund eines der profiliertesten Indie-Barden Amerikas mag das kokett klingen. Aber kann man Platten wie „Beautiful Freak“ von 1996 toppen, mit weltmüden Ohrwürmern wie „Susan’s House“? Oder „Blinking Lights And Other Revelations“: „E“ legte das Doppelalbum von 2005 als selbsttherapeutische Aufarbeitung seiner Familiengeschichte an, in der sich Schicksalsschläge ungewöhnlich häuften, so der Selbstmord der Schwester. Musikalisch schwelgte der Mann mit der heiser-zerknirschten Stimme in feinen Orchesterklängen, teils hielt er sich auch an berückend schlichte Folksongs. Seit dem Opus Magnum hat der 49-Jährige eine überraschende Produktivität an den Tag gelegt: 2009/10 folgte eine Albumtrilogie, auf der „E“ eine Art allgemeine Gefühlslogik auslotete: Es ging ums Straucheln, Fallen, Aufrappeln und Weiterkommen. Das jüngste, zehnte Eels-Album sei nun erstmals ganz „ohne Plan“ entstanden, wie er zufrieden sagt. Das Potenzial der Band sei der Motor gewesen – von seiner „Gang“ spricht der als Eigenbrötler berüchtigte L.A.-Bewohner liebevoll über seine Tour-Gefährten. Ihnen räumt er viel Raum ein, die Pole reichen von herzhaft rumpeligem Garage-Blues wie das hitzige „Bombs Away“ über dramatischen Noir Rock bis zu Songs wie „You’re My Friend“, einer drollig-verspielten Elektrofunk-Nummer. Wie beiläufig hat sich auf „Wonderful, Glorious“ doch noch ein Thema eingeschrieben, das von Wahlverwandtschaft und Freundschaft erzählt. Derzeit dürfte es sich gut anfühlen, Mitglied in Everetts Band zu sein.

Text: Ulrike Rechel

Eels, Tempodrom, Mo 8.4., 20 Uhr, ausverkauft

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