Konzerte & Party

Efterklang in der Volksbühne

EfterklangManche Dinge prägen. Bei Efterklang war es „Parades“, das zweite Album der Kopenhagener Indieband: ein üppig geschachtelter Brocken mit langen Instrumentalstrecken und Chor­gesängen. Als „echtes Monster“ bezeichnet Sänger Casper Clausen das Album heute, oder auch als „unser Frankenstein-Album“. Der Nachfolger „Magic Chairs“, mit dem die Dänen vergangenes Jahr ihren Einstand beim Kultlabel 4AD gaben, wirkt dagegen überraschend leichtgängig: Hell ausgeleuchtet und melodisch klingt die Musik, die Band hat den klassischen Song für sich entdeckt. Erstmals auch rückt Sänger Clausen als Frontmann ins Bewusstsein – mit feinem, doch präsentem Gesangston nach Art von Grüblern wie Thom Yorke oder Mark Hollis. „Es ging weniger darum, uns instrumental zu verkleinern, sondern darum, uns klarer zu fokussieren, auf weniger Elemente“, erzählt der Mittdreißiger. „Außerdem war es uns wichtig, dass wir die Songs auch live umsetzen können.“ Im Vergleich zum Großtrupp, der noch an „Parades“ mitgewirkt hatte, blieb der Musikerkreis diesmal klein; ein paar Bläser und Streicher ergänzten das Quartett, dazu zwei Backgroundsängerinnen. „Eine gewisse Größe kommt aber wohl immer zusammen“, sagt Clausen, „Bläser und Streicher gehören zu unserem Klangbild, das ist einfach Efterklang.“ Den Spaß an der großen Besetzung hat die Band unlängst mal wieder ausgelebt. Da trommelten Clausen und Co. 200 Menschen auf einer dänischen Insel zusammen, um „Magic Chair“ noch mal in opulenter Version samt Kinderchor zu spielen. Das Ergebnis der Spezialsession füllt nun einen Konzertfilm, den Efterklang als Einstimmung ihrer Konzerte zeigen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Nikolaj Holm Moeller /THELAB


Efterklang + „An Island“ (Film)

Volksbühne, So 13.3., 20 Uhr, VVK: 18?Ђ / 14?Ђ (ermäßigt), Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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