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Egyptian Hip Hop im Berghain

EgyptianHipHopEgyptian Hip Hop? Da haben sich vier Musiker einen ganz schön irreführenden Bandnamen ausgedacht. Daraufgekommen sind sie vor gut vier Jahren, als sie noch nicht einmal volljährig waren. Über Hinweise, dass sie Erfahrungen auf Orientreisen gesammelt haben, ist nichts bekannt. Mit HipHop werden sie schon etwas anfangen können, aber ihre Musik lässt nicht darauf schließen, dass es eine innige Liebesbeziehung ist. Was also steckt wirklich dahinter? Egyptian Hip Hop kommen aus Manchester und sind genauso wie die ebenfalls dort beheimateten Kollegen Wu Lyf und Everything Everything darauf aus, gängige Klischees zu vermeiden. Am Anfang war das noch anders.

Auf der ersten EP „Some Reptiles Grew Wings“ entdeckte man Anspielungen auf New Order und The Cure. Von diesen Kinderkrankheiten haben sie sich gut erholt. Inzwischen ist es längst mehr nicht so einfach, ihnen auf die Schliche zu kommen. Auf ihrem ersten Album „Good Don’t Sleep“ entdeckt man Spuren von Electro-Funk, Annäherungen an die introvertierte Spätphase von Japan, den Sound von weniger geläufigen Factory-Bands wie Quando Quango oder Stockholm Monsters und den New-Wave-Dub, den sich Sly & Robbie für Grace Jones überlegt hatten. Das alles flackert immer nur kurz auf, verschleiert seine Einflüsse aber gleich wieder oder springt zum nächsten Punkt über. Das ist verdammt clever und für eine so junge Band eine reife Leistung, die für die Zukunft noch einiges erwarten lässt.

Text: Thomas Weiland

Egyptian Hip Hop Berghain?/?Kantine, Sa 16.3., 21 Uhr, VVK 16 Ђ zzgl. Gebühr

 

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