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Ein Interview mit Ian Hauglund von Europe

Europe

tip Ihr seid mit dem Album „War Of Kings“ auf Tour, dessen Cover einen Herrn mit einem schicken Anzug im Halbdunkel zeigt, der vor einem Schachbrett sitzt. Hattet ihr die politischen und wirtschaftlichen Global Player im Sinn?
Ian Haugland Das war keine so tiefgründige Entscheidung. Als wir das Album im Kasten hatten, rätselten wir eine Weile, wie wir es nennen könnten. Einer der Songtitel heißt „War Of Kings“ und das schien uns angemessen. Wir gaben den Titel einem befreundeten Künstler, der einen Entwurf schickte, aus dem das von dir angesprochene Cover entstand. Der Albumtitel passt sehr gut. Und dass man das Gesicht des Schachspielers nicht sieht ebenso. Der weiß heute schon, wer wirklich König und wer nur ein Bauernopfer ist.

tip Musikalisch ist auffällig, dass das Songwriting gereift ist.
Ian Haugland Wir sind als Band weit über 30 Jahre zusammen. Wir gründeten Europe als Teenager und waren weder als Künstler noch als Persönlichkeiten entsprechend gereift. Über die Jahre veränderten sich Interessen und Einflüsse. Musikalisch ist für uns alle der Blues das große Bindeglied, während es früher eher Hardrock und Metal waren. Das geht damit einher, dass wir selbstbewusster wurden und weniger auf unsere Außenwirkung bedacht sind.

tip Ihr wurdet Mitte der 80er-Jahre erfolgreich, zu einer Zeit als der schwedische Extrem-Metal-Underground entstand und Bands wie Bathory, Nihilist oder Tiamat das Licht der Welt erblickten.
Ian Haugland Das stimmt, aber davon haben wir nicht wirklich viel mitbekommen. Vielleicht sind wir dafür auch etwas zu alt. Wir begannen Mitte der 70er-Jahre Rockshows zu besuchen, als wir noch Kinder waren. Wir wuchsen auf mit Black Sabbath, Deep Purple, Rainbow, Ufo und Thin Lizzy. Die Extrem-Metal-Bands erwuchsen aus der Hardcore-Punk-Szene. Insofern gab es keine gemeinsamen Schnittmengen.

tip Ihr spielt am Montag (02.11.) in Berlin. Was verbindet ihr mit der Stadt?
Ian Haugland Veränderung. Als wir das erste Mal hier spielten, stand noch die Mauer. Die ging für uns völlig überraschend im November 1989 auf, ich erinnere mich noch gut an die Bilder im Fernsehen. Plötzlich war es möglich, auch den Osten der Stadt zu erkunden. Das war in den 90er-Jahren noch abenteuerlich. Es gab viel mehr Brachflächen. Das ist heute nicht mehr so, aber ich finde es nach wie vor super, in Friedrichshain auftreten zu können.

Interview: Ronald Klein

Europe, Astra Kulturhaus, Mo 02.11., 20 Uhr

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