Konzerte & Party

Einblicke in den Konzertmarkt Berlin

O2 WorldGanz zu schweigen natürlich vom Branchenriesen O2 World (Foto), der als Teil eines global agierenden Konzerns neben der eigenen Halle auch über eine internationale Ver­anstaltungs­agentur und eigenen Online-Ticketverkauf verfügt.
Und warum so viel Aufwand? Der Vorteil macht sich bereits beim Buchen der Künstler bemerkbar. Klaus Wagener, Trinity-Geschäftsführer: „Ein eigenes Venue gibt dir die Flexibilität, auf internationale Termine eingehen zu können, Aufbaumaßnahmen können zudem verringert werden, wenn man seine eigenen Produktionen dauerhaft an Ort und Stelle abhält.“
Aber natürlich wird die Wertschöpfungskette noch viel weiter geknüpft: Nach der Bekanntgabe einer Veranstaltung setzt schnell der Ticketverkauf ein, in der Regel viele Monate im Voraus. Hier winken über den Kartenpreis hinaus auch einschlä­gige Gebühren. Ist der Zuschauer dann erst einmal in der eigenen Halle gelandet, lässt er über die Gastronomie weiteres Geld, das bei Miethallen natürlich anderen zufiele.
Veranstalter können sich hier ein schönes Portfolio zusammenstellen und sogar zusätzlich an weniger gut ausgestatteten Konkurrenten  verdienen. Längst ist man auf der Suche nach dem Rundumreibach auch beim Plattenmachen angekommen. Madonna etwa hat ihren Plattenvertrag mittlerweile  mit Live Nation, die vor allem ihre Tourneen veranstalten, mit einem „Gold-Ticket“ (99 Euro) fürs Katie-Melua-Konzert gibt es nicht nur Son­dersitze, sondern auch „eine signierte CD mit exklusiven Live-Aufnahmen von den Proben zur Tournee“.
König der Wertschöpfungskette wäre aber wohl derjenige, der nicht nur seinen Veranstaltungstempel komplett im Griff hat, sondern draußen vor der Tür auch noch die Hoheit über die Parkraumbewirtschaftung besitzt. Oder ist das womöglich irgendwo in Berlin schon längst der Fall?

Text: Hagen Liebing

Zur Übersicht: Absagen und Umzüge. Welche Konzerte fallen aus oder wurden verlegt?

Lesen Sie hier: Konzert-Vorschau 2010 

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