Kommentar

Eisberg-Echo von Stefan Hochgesand

Wenn selbst der ARD-Unterhaltungschef schon sagt, dass er ein Event zu lahm findet, um es über seinen Sender laufen zu lassen, hat man entweder alles richtig gemacht – oder man sitzt so richtig in der Scheiße

Stefan Hochgesand

Wir reden vom „Echo“, dem Preis, bei dem Helene Fischer ein Knebel-Abo auf Lebenszeit hat. Vielleicht kommt sie da aber bald wieder halbwegs heil raus: Der „Echo“ wird umgekrempelt dieses Jahr. Künftig soll Kommerz-Erfolg nicht mehr so eine große Rolle für die Preise spielen, sondern das Votum fachkundiger Jurys. Hört, hört!
Das hatte ja auch der „Preis für Popkultur“ 2016 schon vor, der als Anti-„Echo“ ziemlich floppte, weil er am Ende doch nur die üblichen Verdächtigen auszeichnete, bloß Helene Fischer nicht. Die „Echo“-Show am 6. April in der Berliner Messe wird übrigens auf unserem perfektem Shopping-Dinner-Queen-Sender VOX gezeigt. Manche werden sagen: „Da gehört er auch hin.“ Oops.
Von der Musikkritik fast so sehr geschätzt wie Helene Fischer ist Céline Dion, mit deren „My Heart Will Go On“ auch Frau Fischer gerne live im Eismeer schmachtet. (Beiden Chanteusen hat der werte Kollege Jens Balzer schöne Seiten in seinem ohnehin unbedingt lesenswerten „Pop“-Büchlein gewidmet.)
Am 24. Juli jedenfalls kommt, wie gerade bekannt wurde, Dion nach Berlin (in die wie Balzer immer gerne sagt: „Mehrzweckhalle“) und stimmt uns triumphal auf den Weltuntergang ein. Dann kann Kapitän Trump uns ja alle gegen den Eisberg fahren. You’re here, there’s nothing I fear.

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