Konzerte & Party

Elektro beim Krake-Festival

Felix Kubin

Man sieht sich immer zweimal im Leben, sagt man. Auf Alfred Hilsberg und Felix Kubin trifft das absolut zu. Der Indie-Vater hat den musikalischen Tatendrang Kubins schon erkannt, als der elektronische Bastler im Alter von 14 Jahren zu Hause in Hamburg an geistreichen Alternativen zur Neuen Deutschen Welle saß. Aufnahmen aus dieser Zeit enthält die Compilation „The Tetchy Teenage Tapes of Felix Kubin“. Mit der Zeit wurde die Musik experimenteller und anspruchsvoller. Ausflüge in die Welten der Klassik, Oper, Hörspiel­produktion oder Filmmusik liegen hinter ihm. Im Vorjahr, ganze drei Jahrzehnte nach dem ersten Treffen, kam es zur Wiederaufnahme der Arbeitsbeziehung mit dem alten Mentor in Form des Albums „Zemsta Plutona“. Es ist eine Kooperation von Kubins Label Gagarin Records und Hilsbergs Heimstatt ZickZack-Platten. Stilistisch geht es wild durcheinander. Harte Industrial-Beats wechseln sich mit Kammermusik-Anflügen ab. Auch Banales mit Substanz hat sich Kubin nicht abgewöhnt, was man an Ausschnitten hören kann, die auf DAFs „Der Räuber und der Prinz“ hindeuten. Nach seinem Auftritt sollte man nicht etwa gehen, sondern unbedingt noch auf den ­britischen Musiker Ed Upton warten, der ?seit 1994 unter dem Namen DMX Krew mit ­liebenswerter Konsequenz an seinem Heim­-?werker-Electro-Sound mit starkem Achtziger-­Schwerpunkt festhält. Und das sind nur zwei Highlights während des diesjährigen Krake-Festivals.     

Text: Thomas Weiland

Foto: Soenke Held

tip-Bewertung: Hörenswert

Krake-Festival im Sucide Circus, Urban Spree, Berghain Kantine, 4.–9.8., www.krake-festival.de, Kombiticket ohne Mittwoch 44,50 Euro

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