Konzerte & Party

EMA im Prince Charles

EMA

Viele kennen sie seit dem Album „Past Life – Martyred Saints“ und einer darauf enthaltenen Hass-Botschaft: „Fuck California, you made me boring.“ In Wahrheit gehe es gar nicht um eine Abneigung gegenüber dem US-Bundesstaat, sie meine den Umgang mit Jungs und die Probleme, die man hat, wenn man sich gegen sie durchsetzen will. Sagt sie heute. Und man nimmt es ihr ab. Erika M. Anderson hat schon als Teenager in South Dakota in Riot-Girl-Bands Widerborstigkeit zur Schau gestellt. Danach studierte sie in Oakland Medienwirtschaft und entdeckte mit ihrem damaligen Partner unter dem Namen Gowns die Vorzüge des Noise-Rock. Auf „Little Sketches On Tape“, ihrem ersten Album unter dem Namen EMA (2010), konnte sie sich den Krach noch immer nicht verkneifen. Er paarte sich aber mit melancholischen Folk-Momenten. Jetzt knöpft sich Anderson die elektronische Lebensumgebung unserer Zeit vor, die von Cyberpunk-Schriftsteller William Gibson in seinen Büchern vorausgesehen wurde. „Ich selbst bin im Internet kein Opfer von massiven Beleidigungen oder Todesdrohungen geworden. Aber die Gefahr, dass es dazu kommt, besteht grundsätzlich. Ich habe mir dazu einiges ausgemalt, will deshalb aber nicht gleich paranoid wirken“, erklärt Anderson den Grundgedanken hinter ihrem neuen Album „The Future’s Void“. Nicht nur inhaltlich hat die Frau ihre Reifeprüfung abgelegt. Auch musikalisch klingt sie viel selbstbewusster. Sie geht wie PJ Harvey aus sich heraus und benutzt düstere Klangflächen in der Art von Trent Reznor als Stilmittel. Der Folk von früher ist noch vorhanden, ordnet sich aber unter.

Text: Thomas Weiland

Foto: Alessandro Simonetti

EMA, ?Prince Charles, Fr 23.5., 21 Uhr, ?VVK: 12 Euro zzgl. Gebühr

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