Konzerte & Party

Emmylou Harris im Admiralspalast

Emmylou_HarrisSie als „Enya des Country“ zu bezeichnen, ist schlicht frech („Dt. Rolling Stone“). Gleichwohl hat das Red Dirt Girl ein wenig an Bodenhaftung verloren. Während sich Nashville musikalisch in den vergangenen Jahren sukzessive zurück auf die Landkarte der Hot Spots gearbeitet hat, hat seine berühmteste Bewohnerin nur Augen für verlorene Hunde und Buddy Miller, ihren langjährigen Gitarristen, der ein paar Häuser weiter wohnt. „Solange ich weiß, was er gerade macht, reicht mir das.“ So ist ihr vermutlich entgangen, dass die jungen Bands im Folk und Americana nichts mehr scheuen als digitale Sounds und externe Produzenten.   Songbird #1 hingegen geht nach getaner Arbeit, den rein akustischen Aufnahmen mit ihr selber an der Gitarre, zurück ins Tierheim, das neuerdings ihr ganzer Lebensmittelpunkt geworden ist. „All God’s children lookin’ for a home“, singt sie auf dem neuen Album „Hard Bargain“, das anschließend vom Produzenten Jay Joyce und Helferlein Giles Reaves im Alleingang fertiggestellt wurde. Keinem wie ihr verzeiht man es mehr. Seit sie vom Cosmic Country Rocker Gram Parsons Anfang der Siebziger aus ihren Folkträumen erweckt und musikalisch auf die Spur gesetzt wurde ist ihr Werk einmalig und herausragend, kontrovers diskutiert, nie aber bezweifelt. Sie zu erleben ist wenigstens einmal im Leben Pflichtprogramm.

Text: Christine Heise

Emmylou Harris + Simon Lynge, Admiralspalast, Mi 8.6., 20 Uhr, VVK: 42-60?Euro

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