Konzerte & Party

Eric Clapton und Steve Winwood in der O2 World

Eric Clapton und Steve WinwoodAm 7. Juni 1969, also vor fast genau einundvierzig Jahren, standen Eric Clapton und Steve Winwood zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne: bei einem Free Concert im Londoner Hyde Park gab das aus ehemaligen Cream-, Traffic-, und Family-Mitgliedern bestehende Quartett Blind Faith vor über hunderttausend Zuschauern seine Live-Premiere. Was wenige Wochen zuvor als inspirierte Studiosession begann, wurde kurzerhand als erste „Supergroup“ an die Weltöffentlichkeit gezerrt. Doch dafür fehlte es der Band, so hochkarätig sie auch besetzt war, noch an Repertoire und gemeinsamer Spielerfahrung. Insbesondere der starrummelmüde Clapton sah sich nach der turbulenten Zeit bei Cream vom Regen in die Traufe gekommen. Und so waren schon im Herbst desselben Jahres Blind Faith Geschichte. Als besagter Auftritt drei Dekaden später als DVD erschien, musste aber selbst der als perfektionistisch Geltende einräumen, dass die paar Patzer der Magie nichts anhaben konnten. Und nachdem 2005 die vier Cream-Reunion-Gigs ohne Gesichtsverlust über die Bühne gegangen waren, konnte es sich „Mr. Slowhand“ ebenso vorstellen, mit seinem drei Jahre jüngeren Kollegen Steve Winwood wieder auf gemeinsame Blues-Exkursionen zu gehen. Was 2008 im Madison Square Garden triumphal begann, findet diesen Frühling auch in Europa seine Fortsetzung. Dabei kommen vor allem die frühen Etappen der Protagonisten (John Mayall’s Bluesbreakers, Spencer Davis Group) zum Zuge. Die Achtziger jedoch, als Claptons „Promises“ hierzulande in der Daliah-Lavi-Version ein Schlager-Hit wurde und Winwood mit Sequencer-Soul а la „Higher Love“ die Yuppies zum Tanzen brachte, werden jedoch wohlweislich ausgelassen.

 

Text: Markus von Schwerin

Foto: Warnermusic/ Clinch

 

Eric Clapton & Steve Winwood O2 World, Mi 2.6., 20 Uhr, VVK: 57,25 Ђ

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