Konzerte & Party

Erol Alkan im Gretchen

ErolAlkan_c_promo01Wenn er es gewollt hätte, wäre er heute in einer eigenen Liga zu Hause und der unumstrittene Star-DJ der Electro-Generation. Aber Erol Alkan hat es nie darauf angelegt. Der Londoner mit türkisch-zypriotischen Wurzeln tritt lieber auf die Bremse, wenn er das Gefühl hat, dass ihm etwas zu viel wird. So wie Ende 2006. Damals hatte er gerade Musik von Daft Punk, Hot Chip oder den Scissor Sisters aufregend neu abgemischt. Vom britischen Magazin „Mixmag“ war er zum DJ des Jahres gekürt worden, nicht zuletzt wegen seiner wöchentlichen „Trash“-Clubnächte, in denen zwischenzeitlich auch Trends wie Electroclash oder Bastard-Pop eine Heimat fanden. Doch dann machte Alkan zehn Jahre nach der ersten Party Schluss, weil er sich nicht darauf reduzieren lassen wollte. Er sieht sich nicht als Purist, der nur auf elek­tronische Musik aus ist. Er kann sich genauso für Indie-Rock und besonders für die Bands Mystery Jets, Klaxons oder Late Of The Pier begeistern, die er alle nach dem „Trash“-Ende produziert hat. Ein eigenes Label namens Phantasy hat Alkan 2007 auch gegründet. Dabei hat er sich die Lust auf Liebhaberei bewahrt, das macht ihn sympathisch. Zudem scheint er im olympischen Jahr über ausgesprochen gute Kondition zu verfügen. Kurz vor Ostern stellte er sich mit Erfolg einem DJ-Härtetest – neun Stunden ohne Unterbrechung zwischen neun Uhr abends und sechs Uhr morgens, unter Berücksichtigung von mindestens neun Musikgenres. Ein ganz so langer Auftritt wird in Berlin nicht von ihm erwartet.

Text: Thomas Weiland

Erol Alkan + The Sexinvaders + Marvin Suggs Gretchen, Fr 17.8., 23.30 Uhr, AK: 12 Ђ

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