Konzerte & Party

ESB im HKW

ESB

Wie die drei Männer vor ihren Geräten stehen, an ihnen rumwerkeln, Tasten drücken, Regler drehen, hat man fast das Gefühl, man sei in einer Maschinenhalle gelandet und nicht auf einem Konzert elektronischer Tanzmusik. ESB produzieren ihre Songs ausschließlich über analoge Synthesizer, die im Vergleich zu den heute üblichen, rein elektronisch funktionierenden Exemplaren, wesentlich größer sind. Auch soundtechnisch gibt es deutliche Unterschiede. So klingen die analogen Synthesizer oft robotermäßiger, spaciger und alles in allem verwaschener und weniger clean. Ihre Faszination zu den anachronistischen Musikinstrumenten brachte die drei französischen Musiker Lionel Laquerriиre, Thomas Poli und Yann Tiersen im Jahr 2010 zusammen. Letzterer ist vor allem als Soundtrack-Komponist bekannt; „Das Leben der Amelie“ und „Good Bye, Lenin!“ stammen aus seiner Feder. Mit ESB geht Tiersen musikalisch nun in eine ganz andere Richtung und bleibt sich dennoch treu. Viele Songs des im Oktober erscheinenden Debüts haben nämlich durchaus das Zeug zur Filmmusik. „Jellyfish“ lässt Bilder eines Raumschiffs im Kopf entstehen, das Außerirdische auf die Erde spuckt. Und „Late“ erinnert mit seinen mal vorsichtig schleichenden, mal hektisch nach vorne preschenden Parts an eine Verfolgungsjagd mit unhappy ending. Ein durch und durch körperlicher Sound, der live noch unmittelbarer gerät.

Text: Henrike Möller

ESB, Haus der Kulturen der Welt, ?John-Foster-Dulles-Allee 10, Mitte, Sa 5.9., 20 Uhr, VVK: 14 Euro / erm. 12 Euro (im Rahmen von „Lifelines #4: Hans-Joachim Roedelius“)

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