Konzerte & Party

Esben & The Witch im Comet Club

esben_and_the_witchNichts verabscheuen Musiker so wie Kategorisierungen. Deshalb ist es ganz erfrischend, mal eine Band zu erleben, die von sich aus eine Beschreibung für ihre Arbeit anbietet. „Nightmare-Pop“ nennt sich das, was sich Esben & The Witch für ihr erstes Album „Violet Cries“ ausgedacht haben. Dieser Begriff ist wahrlich nicht aus der Luft gegriffen. Albträume kann allein schon das düstere dänische Märchenbuch verursachen, nach dem sich die Newcomer aus Brighton benannt haben. Es geht darin um Hexenverbrennung und andere appetitliche Dinge. Die Songtitel verweisen auf Kriege und Krankheiten. Beim Hören der Musik denkt man an Spukschlösser, Kellergewölbe, Totenmessen und das ganze schauerliche Dark-Wave-Ambiente von The Cure bis Bauhaus

Die Stimme von Sängerin Rachel Davies ist mit viel Hall belegt und erinnert dabei nicht ganz zufällig an Siouxsie. Schaut man sich Esben & The Witch aber an, oder hört man ihnen in Interviews zu, werden schnell Unterschiede zu den Grufties von früher deutlich. Die drei Debütanten betrachten den Albtraum offenkundig nicht als alle Poren durchflutende Lebensart. Sie tragen nicht stur schwarze Klamotten und schwelgen nicht andauernd in Untergangsstimmung. Sie glauben nicht wirklich an Märchen und Hexerei. Es geht ihnen einfach darum, dafür zu sorgen, dass im Pop wieder dramatische Momente Platz haben.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Fanveranstaltung

Esben & The Witch Comet Club, Do 17.2., 21 Uhr, VVK: 12 Ђ

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