Konzerte & Party

Ethan Jones im Lido

Ethan Johns

Was genau macht eigentlich ein Plattenproduzent? Auf jeden Fall mit jedem Auftrag etwas anderes, und das ist auch das Gute an dem Job. Sagt Ethan Johns, Anfang vierzig und schon erfahren wie andere nicht am Ende ihres Schaffens. Zu seinen Kunden zählen der softe Folksouler Ray LaMontagne, der Rock’n’Roll-Quergeist Ryan Adams, die Stadionrocker Kings of Leon – und im berühmt-berüchtigten Tom Jones hat er die Blues- und Gospel-Seite erweckt. Immer im Wechsel zwischen seiner Heimat England und den USA, wo er sein Three Crows Studio und Label gründete. Dort herrscht eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre, Johns benutzt weder Kopfhörer noch Monitore, und digitale Sounds konnten ihn nie überzeugen. Die Direktheit des Augenblicks zählt und der Song ist alles. Eine Arbeitsethik, die sich durch alle von ihm betreuten Genres zieht, durch den Pop eines Paolo Nutini oder von The Vaccines, ebenso durch den New Folk einer Laura Marling, deren neues, von Johns produziertes Album „Once I Was An Eagle“ im Mai erscheint. Im Dezember 2012 erschien aber erst mal sein eigenes Album, „If Not Now Then When“ lautet der selbsterklärende Titel. Von elektrifiziertem Countryblues bis zum psychedelischen Bad-Seeds-Go-Roots – seinem direkten Sound standen Paten wie Laura Marling, Bill Wyman, Danny Thompson sowie Ryan Adams hilfreich zur Seite, ein Luxusschlitten an musikalischen Querverbindungen, für die nicht zuletzt sein berühmter Papa den Segen gab: Glyn Johns. Kaum ein relevantes Rock-Album der letzten fünf Jahrzehnte, das nicht von ihm produziert wurde. Ähnliches gilt für Onkel Andy. Der Weg vom Nachwuchs war also quasi vorprogrammiert.

Text: Christine Heise

Ethan Johns, Lido, Mo 13.5, 21 Uhr, VKK: 14 Euro

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