Konzerte & Party

Eva Kruse

Ein durchschnittlicher Kontrabass bringt 15 kg auf die Waage und erreicht locker 1,80 Meter Größe. Vielleicht ist das der Grund, warum so wenig Frauen das sperrige Instrument spielen. Eva Kruse weiß es nicht, es ist ihr auch egal. Als eine der wenigen deutschen Jazzbassistinnen bewegt sie sich ohnehin in einer Männerwelt – und fühlt sich dabei ganz wohl.
1998 kam die damals 19-Jährige nach Berlin, um Jazz zu studieren. Der Stadt ist sie bis heute treu geblieben. Hier kann sie, wie sie sagt, auch mal kreativen Unsinn jenseits des Mainstreams ausprobieren, ohne gleich in die Insolvenz zu gehen. Das mutige Experimentieren jenseits der Bilanzen hat sich schließlich ausgezahlt. Das renommierte JazzBaltica Fes­tival ehrte sie unlängst mit einem Förderpreis. Jazzgrößen wie Nils Landgren, Victoria Tolstoy oder Bucky Green freuen sich über Eva Kruses solides und zugleich interaktives Bassspiel.
Nils Landgren ist es auch, der sie zum diesjährigen Jazzfest Berlin eingeladen hat. Mit den eigenen Projekten Soap und Firo­ma­­num sowie dem Arne Jansen Trio darf Kruse dem altehrwürdigen Festival eine frische Berliner Note geben. Vor allem die Formation Soap montiert liebevoll und zugleich respektlos kultige TV-Musik, HipHop, Sounds, Samples und Stimmen. Da trifft Lalo Schifrins Klassiker „Mission Impossible“ auf Edmund Stoibers delirierenden Wahnsinn vom Münchener Hauptbahnhof.
Gleich an fünf Abenden wird Eva Kruse mit ihren Männern den Jazzclub A-Trane bespielen. Der richtige Ort für kreativen Jazz aus Berlin. Außerdem kann sie ihren Bass dort gleich stehen lassen.

Text: Bernd Ratmeyer

Eva Kruse mit Arne Jansen Trio,
Firomanum, Fr 7.11. Soap,
Sa 8. + So 9.11. A-Trane, jeweils 22 Uhr
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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