Konzerte & Party

Everything Everything im Lido

Everything Everything

In den Achtzigern waren Bands mit Doppelnamen ziemlich in Mode. Wir kennen sie alle. Everything Everything auch. Das Quartett aus Manchester wurde durch den Song mit dem seltsamen Namen „My Kz, Ur Bf“ bekannt. Er hörte sich an, als hätten Mitglieder von Duran Duran und Foals zusammen eine Band gegründet. Das war noch lange nicht alles. Auf ihrem ersten Album „Man Alive“ schüttelten sie noch mehr Tricks aus dem Ärmel. Keiner glich dem nächsten. Bei „Schoolin“ hatte man den Verdacht, Rush seien bei Aufnahmen zu einem Funk-Album erwischt worden. In „Two For Nero“ führten sie uns vor, wie sich Männer mit hohen Stimmen duellieren. Gelernt haben Sänger und Gitarrist Jonathan Higgs und Bassist Jeremy Pritchard das und mehr an der Universität Salford, wo ihnen im Fach Popmusik offenbar mehr als nur die übliche Litanei beigebracht wurde. Der Stoff hat ihnen so viel Freude bereitet, dass sie sogar den Abschluss gemacht haben. Bei vielen Bands von der Insel erkennt man schnell Verweise auf die Vergangenheit des britischen Rock oder Pop. Bei dieser muss man sich schon anstrengen, wenn man sie finden will. Das ist auch auf dem zweiten Album „Arc“ wieder so. Zwar haben sich die Jungs dieses Mal bemüht, nicht mehr kategorisch an Pop-Elementen vorbei zu spielen, aber deshalb klingt es noch lange nicht glatt oder berechenbar. Man bringt zum Beispiel kantigen New-Wave-Sound mit Kammermusik-Flair zusammen. Auch experimenteller elektronischer Musik steht man zunehmend offen gegenüber. Zeit nehmen muss man sich für Everything Everything auf jeden Fall. Dann wird aber alles ganz klar. Und gut.

Text: Thomas Weiland

Everything Everything, Lido, Mo 4.3., 20 Uhr, VVK 16 Euro zzgl. Gebühr

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