Power-Pop 

Ex Hex im Privatclub

Keine Hexerei: Indie-Rock-Heldin Mary Timony spielt mit Ex Hex Stadionrockhits für Eingeweihte

Foto: Michael Lavine

Sie ist längst nicht so bekannt wie die großmäulige Diva Courtney Love, das Riot Grrrl Kathleen Hannah oder die Kumpeltype Kim Deal. Für Eingeweihte zählt Mary Timony trotzdem zu den Indie-Rock-Heldinnen der letzten drei Dekaden. In den Neunzigern genoss die Multiinstrumentalistin aus Washington, D.C., einen bescheidenen Bekanntheitsgrad mit der Band Helium, deren dunkler, schrammeliger Alternative Rock mit seinen späteren Mittelalter-Anleihen auf jedes Coolness-Diktat pfiff.

Im neuen Jahrtausend folgten einige wenig beachtete Soloalben von unheilschwangerer Schönheit. Mehr Aufmerksamkeit erntete das furiose, aber leider kurzlebige Allstar-Quartett Wild Flag, bei dem Timony mit Carrie Brownstein von Sleater-Kinney die Doppelspitze bildete.

Seit 2013 ist die sonst als Gitarrenlehrerin tätige Timony nun Frontfrau von Ex Hex. Und es scheint, dass sie mit ihren Bandkolleginnen, Bassistin Betsy Wright und Schlagzeugerin Laura Harris, vor allem eines hat: Spaß. Wenig ist übrig von der Komplexität und Düsternis früherer Tage. Auf dem Debüt „Rips“ und dem mit trashigem 80ies-Artwork ausgestatteten Nachfolger „It’s Real“ lässt sich das Trio vom Power-Pop und Hard-Rock der Siebziger- und Achzigerjahre inspirieren: muskulöse Riffs, einfach gehaltene Gitarrensolos und Mitsingmelodien. Stadionhits, wenn auch nur für Eingeweihte.

Privatclub Skalitzer Str. 85/86, Kreuzberg, Fr 7.6., 20 Uhr, VVK 19,30 €

Mehr über Cookies erfahren