Konzerte & Party

In Extremo in der C-Halle

In Extremo

Dass Dudelsack und E-Gitarre durchaus miteinander harmonieren können, zeigen In Extremo seit über 15 Jahren mit stetig steigendem Erfolg. Unlängst ist ihr zehntes Studioalbum „Sterneneisen“ erschienen, auf dem sich die Band sowohl in wieder hörbar härteren als auch jenen mittelalterlichen Klängen übt, die einst den Karriereausgangspunkt bildeten. „Wir sind moderne Leute, deren Wurzeln aber im Mittelalter liegen, und die werden wir nie verleugnen“, sagt Sänger Michael „Das Letzte Einhorn“ Rhein. Nur hat sich mittlerweile das Forum deutlich geändert. Während man anfangs noch auf Mittelaltermärkten vornehmlich vor Gleichgesinnten für ein paar Silberlinge aufspielte, fährt die Berliner Band längst Goldene Schallplatten ein und versammelt ein bunt gemischtes Publikum von Rock- bis Rollenspiel- und Folklore-Fans in ihren Zuschauerreihen. Von prominenten Musikergästen aus anderen Genres ganz zu schweigen. Nach Thomas D oder Reamonn-Sänger Rea Garvey sind es aktuell so unterschiedliche Kaliber wie Metal-Meister Mille Petrozza von den Teuto-Thrashern Kreator und Der Graf von Unheilig, die auf dem neuen In-Extremo-Album gastieren. „Natürlich wollen wir unsere Musik breit fächern und damit auch viele Leute erreichen. Wenn mir eine Band erzählt, dass sie nicht berühmt werden will, dann sind das in meinen Augen dreckige Lügner“, so Herr Rheins Kampfansage ans Nischendasein. Und auch wenn In Extremo für die gesamte prosperierende Mittelalter-Rock-Szene die Vorreiter-Vorlage geliefert haben, fürchtet der Sänger nicht um die Konkurrenz. „Da kann man auch mal so arrogant sein und sagen: Die Differenz ist 1,4 Millionen zu zusammen nicht mal 100?000 verkaufter Platten. Trotzdem freue ich mich über den Erfolg anderer ganz ehrlich. Ich finde nur beschissen, dass die deutschen Medien das immer noch weitgehend ignorieren.“ Bis jene unausgesprochene Sackpfeifen-Boykottbulle aufgehoben ist, gilt es wohl, die eisern rockende Spielmannsschar weiterhin dort zu erleben, wo sie hingehört: im Feuerzauber der großen Bühne.

Text: Frank Thiessies

In Extremo, C-Halle, Fr 22.4., 20 Uhr, VVK: 30 Euro

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