Konzerte & Party

F.S.K. im Hebbel am Ufer

fsk_c_KatjaRugeSie gehören zu den Bands, auf die man sich wirklich verlassen kann. In den dreißig Jahren ihrer Existenz haben F.S.K. vieles probiert und es dabei immer verstanden, ihre von intellektuellem Musikverständnis und Humor geprägte Grundlinie zu halten und jede Form von Kompromiss zu vermeiden. Das weiß man nicht nur in Deutschland zu schätzen. John Peel hatte sie Mitte der Achtziger für eine Session gebucht, das Ergebnis war die unvergessene EP „Last Orders“. Wenige Jahre später vertieften sich die Münchener mit David Lowery von Camper Van Beethoven und Cracker in bajuwarisch-amerikanische Folklore. Jüngere Arbeiten tendieren dagegen zum Groove. Das mit dem Detroiter Techno- und House-Produzenten Anthony „Shake“ Shakir aufgenommene Album „First Take Then Shake“ geleitete die Hörer in einen Dub-Disco-Tempel.

Dort fühlten sich F.S.K. eine Weile ganz wohl, aber jetzt haben sie doch mal wieder einen Bruch riskiert. Sie haben sich einem Rock-Minimalismus zugewandt, der von The Velvet Underground, den New Yorker No-Wave-Bands und nicht zuletzt ihren eigenen Ursprungstagen beeinflusst ist. Die Gitarre darf jetzt kratzen und verzerrt klingen, der Rhythmus ist stoisch und wirkt unbehandelt. Inhaltlich dreht sich auf dem Album „Akt, eine Treppe hinabsteigend“ alles um Sexualität und Beziehungen, etwa die von Burlesque-Darstellerin Gypsy Rose Lee mit ihren Künstlerfreunden oder die im Dreiecksverhältnis der Lady Chatterley. Das Fazit zu diesem Themenkomplex: „Lo-lo-lo-lo-lo-logisch endet manches Rendezvous physiognomisch.“ So hat das auch noch niemand gesagt.

Text: Thomas Weiland

Foto: Katja Ruge

F.S.K. Hebbel am Ufer, Mi 12.12., 21 Uhr, VVK: 16,50 / 11 Ђ (erm.) zzgl. Gebühr

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