Konzerte & Party

Fat Freddys Drop im Astra Kulturhaus

Fat Freddys Drop im Astra Kulturhaus in BerlinAus Jamaika kommt momentan nicht viel Neues, die Zeit des großen Dancehall-Booms ist schon wieder vorbei. Anderenorts dagegen regt ältere Musik der Karibikinsel nach wie vor die Fantasie an. Auch im fernen Neuseeland, wo Fat Freddys Drop vor vier Jahren mit ihrem Album „Based On A True Story“ einen Überraschungserfolg landeten, der sich nachfolgend in vielen Teilen der Welt wiederholte. In Berlin kümmerte sich das mit Jazzanova assoziierte Label Sonar Kollektiv um die Band vom fünften Kontinent. Am Ende gab es sogar einen Auftritt als Headliner in der Columbiahalle. Keine schlechte Ausbeute für so exotische Debütanten.
Live begeistert die Band mit positiver Ausstrahlung und langen Instrumentalpassagen. Im Studio sieht es da schon etwas anders aus. Zwar gibt es auf dem neuen Album „Dr. Boondigga & The Big BW“ neun Songs zu hören, die insgesamt 70 Minuten dauern, aber deshalb muss niemand Prog-Monotonie auf Dub-Reggae-Basis vermuten. Fat Freddys lieben die Abwechslung, touchieren je nach Belieben auch Blues, Jazz und Electro. Ein Bläsertrio sorgt zusätzlich für Stimmung und Hüftschwung. Wenn Sänger Joe Dukie dann noch schöne Tage mit den Worten „The sun is going to shine again, I know“ in Aussicht stellt, zudem mit beschwörendem Soul-Vibe, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dann fühlt man sich auch in der kalten Jahreszeit bes­tens aufgewärmt.

Text: Thomas Weiland

Fat Freddys Drop, Astra Kulturhaus, Fr 27.11., 20 Uhr, ausverkauft

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