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Filme von Joaquim Pedro de Andrade im Kino Arsenal

VeredatropicalHomogene Identität ist unter diesen Umständen eine Illusion, die in den Filmen von Joaquim Pedro de Andrade (1932-1988) energisch widerlegt wird. In Europa ist er vor allem durch seinen Klassiker „Macunaнma“ bekannt geworden, der auf einem Roman von Mario de Andrade beruht, dessen Stellenwert man mit „Berlin Alexanderplatz“ in Deutschland vergleichen könnte. Ein junger Mann aus dem Urwald kommt darin in die Stadt, wechselt zwischendurch die Hautfarbe, gerät unter eine westlich inspirierte Stadtguerilla und zieht sich schließlich wieder in den Busch zurück. Andrade wird häufig zum „Cinema Novo“ gezählt, der klassischen Innovationsbewegung des brasilianischen Kinos, zu der auch Glauber Rocha gehörte, der ihm am ehesten verwandt ist – beide suchten nach einer Vermittlung von Volkskultur und Avantgarde. Das Arsenal zeigt im Juni das schmale Gesamtwerk von Andrade, unter anderem den Kurzfilm „Vereda Tropical„, in dem Wassermelonen als erotische Objekte dienen (Bild), oder die großartige Fußballdoku „Garrincha, Alegria do Povo“ („Garrincha, Freude des Volkes“).

Text: Bernd Rebhandl

Joaquim Pedro de Andrade Retrospektive im Arsenal bis 26. Juni. Alle Vorführungen in digitaler Projektion

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