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Kosmos und Alptraum: ?Die Filme von Kidlat Tahimik

Kosmos und Alptraum: ?Die Filme von Kidlat Tahimik

Die Welt kann man immer von mindestens zwei Seiten sehen. Mit Kidlat Tahimik kann man sie von der Seite der Philippinen sehen, er hat aber auch in Bayern gelebt, und weiß seither, was ein Zwiebelturm ist. 1977 zeigte er mit „Der parfümierte Alptraum“, wie sich ein Taxifahrer ein Bild von Paris macht (und ein Filmkünstler ein Bild vom Weltkino). Seither arbeitet Kidlat Tahimik an einem Bild von der Globalisierung, seine Filme begleitet er gern mit Performances, wobei die Auftritte in indigenen Kostümen nicht täuschen sollten: Er ist eben keiner, der naiv zurück zu den Ursprüngen will.
Das Arsenal zeigt aus Anlass des Kinostarts von „Balikbayan #1“ das schmale Gesamtwerk von Kidlat Tahimik – man kann darin unter anderem auch sehen, wie in Bayern 1972 das „Outsourcing“ erfunden wurde, und was damals ein „Sweatshop“ war. Großes Kino von der anderen Seite der Welt, wenn man es von hier aus so sehen will. Sonst einfach: großes Kino.   

Text: BR

Foto:
Filmkopie Marian Stefanowski / Quelle Arsenal

Kosmos und Alptraum: ?Die Filme von Kidlat Tahimik
1.-20.3., Arsenal, Potsdamer Str. 2, Tiergarten; www.arsenal-berlin.de

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