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Pop-Kultur Festival 2025: Mit Apsilon, Eli Preiss, Die Nerven und vielen mehr

Text: Jacek Slaski
Veröffentlicht am: 18.08.2025
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Im Silent Green in Wedding und in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg präsentiert das Pop-Kultur Festival vom 25. bis 30. August den Stand der lokalen und internationalen Pop-Produktion. Neben Konzerten von Apsilon, Eli Preiss und Die Nerven gehören Talks, Auftragsarbeiten und interaktive Performances in der Çaystube zum Programm.

Apsilon spielt beim Pop-Kultur Festival 2025. Foto: Aysan Lamby
Apsilon spielt beim Pop-Kultur Festival 2025. Foto: Aysan Lamby

Pop-Kultur Festival 2025: Raum für Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer

„In diesem Jahr geben wir bewusst noch mehr Raum für Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer“, sagt Festivalkuratorin Pamela Owusu-Brenyah. So wurde das Talk- und Nachwuchsprogramm zeitlich vom Musikprogramm getrennt, was bedeutet, dass sich die Gesprächsformate nicht mit den Konzerten überschneiden. „Außerdem setzen wir konzeptionell einen noch klareren Fokus auf die Berliner Musiklandschaft“, fügt sie hinzu. Gemeinsam mit Yeşim Duman und Christian Morin stellte sie für die elfte Ausgabe des Festivals ein in jeder Hinsicht vielfältiges Programm zusammen.

Im Zentrum stehen Konzerte von Ceren: Die Berlinerin kombiniert traditionellen türkischen Gesang mit Dance und R&B. Curses kommen ebenfalls aus Berlin und stehen für romantischen Post-Punk und Body-Musik. Die Wiener Sängerin Eli Preiss vereint Hip-Hop, Club-Sounds und R&B und bildet mit Kerosin95 – früher Teil der Indie-Band My Ugly Clementine, heute eher im Rap-Bass-Kosmos unterwegs – die Österreich-Connection des Festivals. 

Den Rapper Apsilon muss man vermutlich nicht mehr vorstellen. Wie kaum ein anderer findet der 28-jährige Berliner mit türkischen Wurzeln Worte für postmigrantische Lebensrealitäten. Auch der in Düsseldorf aufgewachsene Boondawg dürfte sich als einer der Stars im Programm entpuppen – der junge Rapper gilt „als der beste deutsche Ableger der modernen US-amerikanischen Rap-Schule“. Die Londoner Band Los Bitchos verzichtet hingegen auf Texte und erschafft fließende Klanglandschaften zwischen 1980er-Wave, Cumbia und Spaghetti-Western-Soundtracks.

Ätna. Foto: Cansu Kuscu

Daneben setzen viele Acts neue künstlerische Akzente. „Besonders herausragend ist das Live- und DJ-Programm der Çaystube, unter anderem mit Ultraflex feat. FRZNTE,  Sophie Yukiko, Faravaz, FRZNTE und Gigolo Tears“, sagt Yeşim Duman und verweist auf ihren kuratorischen Fokus auf Körper, Community und Clubästhetiken.

Einen Höhepunkt bilden zudem die „Commissioned Works“, etwa von Andreya Casablanca, Celina Bostic und Bernadette La Hengst – ebenso wie die Zusammenarbeit von ÄTNA (Foto oben) mit dem ensemble reflektor. „Das wird eine Berlin-Premiere: ÄTNA spielen zum ersten Mal mit Orchester – und bringen ihre Musik in einer ganz neuen, eindrucksvollen Dimension auf die Bühne“, sagt Owusu-Brenyah.

Pop-Kultur Festival 2025: Entzerrung des Programms

So gut das Programm klingt, so war das vom Berliner Senat geförderte Festival noch vor nicht allzu langer Zeit in Gefahr und von Kürzungen betroffen. „Wir wussten schon früh, dass wir mit weniger Geld auskommen müssen, und haben bereits im Oktober an neuen Konzepten gearbeitet. Die Entzerrung des Programms ist auch eine kreative Antwort darauf“, erklärt Christian Morin, der als Kurator von Anfang an dabei ist.

So ist es dem Team gelungen, das Festival weiter in die Stadt zu tragen – mit neuen Formaten, die Räume schaffen, in denen über Pop und Identität nachgedacht wird und in denen intensive Hörerlebnisse auf ausgelassene Partys treffen. „Wir bespielen mit dem Silent Green einen neuen Ort für unsere Talks, das Nachwuchsprogramm und die Festivaleröffnung“, sagt Owusu-Brenyah.

Überhaupt sorgt das Pop-Kultur Festival für einen popkulturellen Rundumblick. Dafür stehen vor allem die Talks, in denen es um Themen wie „Social Media & Popkultur“ (mit Anne Löhr und YungFSK18) geht, oder um „Nachhaltigkeit & Musik“ – sowie die Gesprächsreihe rund um das Projekt „Sonic Crossings“, das Pop als offenen, transkulturellen Raum versteht. In seiner ersten Ausgabe richtet „Sonic Crossings“ den Blick auf aktuelle Produktionen aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Und Christian Morin freut sich besonders auf einen Talk des New Yorkers Michael Pelczynski. Der Mit-Entwickler von Soundcloud beschäftigt sich aktuell intensiv mit den Folgen von KI für die Situation von Künstler:innen, darunter mit der Frage, was es für das Recht an der eigenen Stimme bedeutet, wenn Stimmsynthese jede Stimme und Modulation originalgetreu nachbilden kann.  

Wer aber einfach nur tanzen will, bekommt auch dazu beste Gelegenheit

Wer aber einfach nur tanzen will, bekommt auch dazu beste Gelegenheit – etwa bei Performances wie „Club de Baile“ (Salsa, Cumbia, Reggaeton) oder „RITUAL BPM“ von Sophie Yukiko (Techno und spirituelles Empowerment). Aber auch bei Ahilan Ratnamohans Projekt „Klapping“, in dem sich Krumping-Choreografie mit Fußball zusammentut und zeigt, wie künstlerische Ansätze als soziale Handlungen wirken können. Ob Theorie oder Praxis – beim Pop-Kultur Festival geht immer beides!


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