Kommentar

„Feuerzeuge“ von Stefan Hochgesand

Seit Monaten stand der Name auf Plakaten: Verti Music Hall. Auf den Konzertplakaten von Jack White, George Ezra und Jason Mraz etwa.

Stefan Hochgesand

Viele ­Fragen ließen sich im Vorfeld klären: Wo steht das Teil? Gegenüber der Mercedes-Benz Arena. Hat das mit der Gewerkschaft Verdi zu tun? Nein, Verti ist eine Versicherung aus Brandenburg – und ­Partner der neuen Musikhalle. Wie viele Leute passen rein? 4.500 – etwas mehr als in die Columbiahalle mit 3.500, aber nicht mal halb so viele wie in die Max-Schmeling-Halle mit 11.900 Plätzen. Eine Kapazität, die Berlin bisher gefehlt hatte. Wie viel Gewicht darf man an die Decke hängen? 200 Tonnen. Falls sich Madonna dazu entschließen sollte, 40 Elefanten an die Decke zu hängen. Wobei Madonna vermutlich doch eher in der Benz Arena nebenan spielen würde. Bitch, she’s Madonna.

Seit dem Konzert von Jack White kürzlich wissen wir aber auch Relevantes: Zwar ist das steril betonierte Areal vor der Halle ausgesprochen unberlinisch hässlich geraten – doch die Halle klingt echt gut. Für ihre Größe weder zu verwaschen noch mit zu viel Nachhall. Alle Instrumente von Jacks Band kamen prima zur Geltung. Und auch der Ausblick in den letzten Reihen war erstaunlich gut. Contra: Bierholen in den sehr engen Sitzreihen nervt. (Da klappt’s nicht mit den Nachbarn.) Handys wurden übrigens verpflichtend in speziell angefertigte Hüllen gesperrt, die sich nicht öffnen ließen. Geile Idee! Leider kein Standard, sondern nur, weil Jack es so wollte. Man sah so viele Feuerzeuge wie lange nicht.

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