Konzerte & Party

FFS: FFS

FFS: FFSIn Chats und Foren liest man die abgekürzte Form von „for fuck’s sake“ sehr häufig. Franz Ferdinand und Sparks wissen das natürlich. Sie signalisieren mit der Benutzung der Abbreviation, dass sie es nicht zu verbissen angehen. Interessant ist auch der Zeitpunkt, den sich die Bands für ihren ersten Zusammenschluss ausgesucht haben. Franz Ferdinand haben nie schlechte Musik gemacht, aber auch nie an den Erfolg des nach ihnen benannten Debüts anknüpfen können. Ron und Russell Mael sind schon seit über vier Jahrzehnten im Geschäft, darbten zuletzt aber als Spezialfall dahin. Aber jetzt feiern sich die versammelten Herren voller Übermut als „The Power Couple“. Als einflussreiches Paar mit hohem Ansehen. Musikalisch gesehen spürt man eine Menge Verve. „Why don’t you call girl, give me a ring“, bitten FFS eindringlich und liefern dazu Synthpop-Disco-Sound. Ganz anders geht es in „Save Me From Myself“ zu. Hier kommt das 70er-Art-Draufgängertum hoch, mit dem Sparks zu Zeiten von „Kimono My House“ ihren Durchbruch erlebt hatten. In der Ballade „Little Guy From The Suburbs“ nähern sich FFS dem introvertierten und düsteren Terrain eines Nick Cave. „There are no heroes in this life“, lassen Alex Kapranos und Russell Mael wissen. Es ist ein seltener Moment der Einkehr.
Am Schluss des Albums steht ein Track namens „Piss Off“. Er wird von einem Piano-Sound angetrieben, bei dem man an Sailors „A Glass Of Champagne“ denkt. Ob jemand auf die rüde Forderung reagiert? Pop-Fans jedenfalls nicht. Sie treten keineswegs die Flucht an, sondern lassen sich immer wieder von der unglaublichen Lebenslust und Spielfreude auf diesem Album anstecken.

Text: Thomas Weiland

FFS, FFS (Domino/Good To Go)

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