Konzerte & Party

Firewater im Lido

Firewater

Manchmal gibt es Umstände, die selbst den umtriebigsten Musiker dazu zwingen, die Präsentation seiner neuen Platte zu verschieben, obwohl das innere Feuer lichterloh brennt, das neue Material vor Publikum zu spielen. So geschehen bei Tod A., Mastermind von Firewater, der mit seinem aktuellen Album „International Orange“ im Spätsommer des letzten Jahres eigentlich in den Startlöchern stand, sich dann jedoch im August bei einem Sturz in Istanbul die Kniescheibe brach.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so kommt der Ex-Frontman von Cop Shoot Cop eben statt im Spätsommer zu einer Zeit nach Berlin, in der sich das Wetter noch nicht so richtig zwischen Winter und Frühling entscheiden kann. Die wärmere Jahreszeit kann man sich bei den Songs von Firewater sowieso ertanzen. Die Musik der 1997 in einem Keller in Brooklyn gegründeten Band changiert irgendwo zwischen osteuropäischen Folk-Elementen, Ska und Klezmer, lässt dabei jedoch auch Einflüsse aus Bollywood und Mexican banda nicht aus den Augen, um sich schließlich irgendwo in der weiten Bandbreite zwischen Jazz und amerikanischem Indierock zu treffen. Doch egal, woher die Elemente bei Firewater nun gerade kommen mögen: Wenn Tod A. mit seinem Kumpanen auf der Bühne steht, geht das sofort ins Tanzbein.
15 Jahre und sieben Alben nach der Gründung haben Firewater bzw. Tod A. ihre Nische in der alternativen Musik gefunden. Bands wie Gogol Bordello, Balkan Beat Box oder auch Beirut haben den Stil der Band inzwischen adaptiert – was nicht sonderlich verwundert, spielen doch in allen genannten Bands ehemalige Firewater-Mitstreiter. Tod A. geht seinen Weg und schlägt bis heute alle Angebote großer Plattenfirmen aus. Bei Firewater geht es um die Musik und textlich mit schwarzem Humor um sympathische Loser, die dem Leben und allen Unwegbarkeiten die Stirn bieten. Schön, dass es so etwas heute noch gibt.

Text: Martin Zeising

Foto: Mujde Capraz

Firewater, Lido, Di 12.03., 21 Uhr

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