Konzerte & Party

In Flames

Mit ihrem neuen Album „A Sense Of Purpose“ schafften es In Flames hierzulande bis auf Platz sechs der Album-Charts, was für eine melodische Death-Metal-Band nicht unbedingt alltäglich ist. Einen Grund für den Erfolg über die engen Grenzen des Genres hinweg sieht der Drummer Daniel Svensson darin, dass von seiner Band keines der klassischen Heavy-Metal-Klischees bedient wird. Wer bei einem Konzert von In Flames mit Schwertern schwingende Wikingerhorden erwartet, dürfte enttäuscht werden: „Unser einziges Image ist eigentlich, dass wir keines haben. Wir wollen uns so geben, wie wir wirklich sind und durch die Musik statt durch Show­Effekte überzeugen.“ Derart bo­den­ständig fällt auch die Musik auf dem neuen Album aus und klingt deutlich weniger glattgebügelt als noch die letzten Veröffentlichungen. Ein moderner Metal-Sound, der organischer und echter wirkt als viele Alben der latent überproduzierten New-Metal-Bands. Die mehrstimmigen Gitarrenmelodieläufe hätten Iron Maiden nicht besser schreiben können, und Sänger Anders Fridens schafft es routiniert, zwischen den klassischen Schreien in den schnellen Passagen und dem cleaneren, melodischen Gesang in ruhigen Passagen zu wechseln.

In Flame


Die musikalische Ausrichtung der Band entspringt dabei laut Svensson keinem geplanten Prozess: „Es gibt ja eine Menge Bands, die sich mit jeder Veröffentlichung den aktuellen Trends musikalisch anpassen, weil sie sich davon mehr kommerziellen Erfolg versprechen. Meiner Meinung nach führt aber genau das zum gegenteiligen Effekt, denn Kopien braucht eigentlich niemand.
Völlig neue Fanschichten erreichten In Flames kürzlich dadurch, dass Songs der Band im Videospiel-Blockbuster „Guitar Hero“ enthalten sind. Bei dem Spiel, das zu einer wahren Gitarrenhysterie unter Videospielern führte, muss der Spieler mit einer speziellen Gitarre die jeweiligen Songs bekannter Bands bestmöglich nachspielen. Dies ist auch für den echten Musiker kein Selbstläufer. „Wir haben ja alle das Spiel zugeschickt bekommen, aber ich versage dabei kläglich. Mit wirklichem Musizieren hat das natürlich nichts zu tun, aber es begeistert die Kids für härtere Musik. Viele von den Videospielern wären wohl sonst nicht mit unserer Musik in Berührung gekommen. Von daher ist ,Guitar Hero‘ für uns eine positive Sache.“


Auf die Frage, welche Ein­drücke Daniel Svensson mit seinen bisherigen Besuchen in Berlin verbindet, nennt er nicht etwa die üblichen zu erwartenden touristischen Ziele der Stadt oder Lieblingsclubs und Backstage-Areas, sondern überrascht mit einer gas­tronomischen Vorliebe. „Die Falafel bei euch schmeckt echt unglaublich, und bei jedem Besuch steuere ich ziemlich schnell einen der zahlreichen türkischen Imbisse an. Keine Ahnung, warum die Falafel in anderen Gegenden nicht so gut schmeckt.“ Wenn In Flames also demnächst in der Columbiahalle gastieren werden, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Fans den Schlagzeuger schon vor dem Konzert bei der Nahrungsaufnahme treffen. Meet & Greet mal ganz anders.
Text: Denis Roters


In Flames
+ Sonic Syndicate
Columbiahalle, Sa 25.10., 19 Uhr,
VVK: 32 Euro
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

Mehr über Cookies erfahren