Konzerte & Party

Fleet Foxes im Huxley`s

Wenn Robin Pecknold seinen Mund öffnet, lässt es einen sanft erstarren. So klar ist sein Gesang, so schwerelos gleitet er durch Melodien, die auf Notenpapier geschrieben eher schräg aussehen dürften. Wenn dann noch seine vier Mitmusiker einstimmen – synchron wie Piloten einer Fliegerstaffel –, staunen die Newcomer aus Seattle manchmal über sich selbst und ihre perfekte Harmonie.

Angefangen hatte es vergangenen Sommer mit dem Song „Quiet Houses“. Dafür wollte Songschreiber Pecknold etwas Ungewohntes ausprobieren. Er verzichtete auf seine Frontposition; stattdessen verteilt sich die in warmem Dur einschwebende Schlüsselzeile „Come to me, lay me down“ gleichmäßig auf alle fünf Kehlen. Der Versuch öffnete der Band die Ohren, Pecknold schrieb anschließend auch alle Songs des Debüts in dieser Art.

Auf dem Erstling sind die goldenen Chöre entsprechend tragend. Sparsam gesetzte, doch reich nachhallende Instrumente wie Akustikgitarre, Orgel oder Tamburin stellen sich dabei bescheiden in den Dienst der Stimmen. Von fern erinnern die Songs an sakrale Musik. All das klingt religiöser, als es ist; Pecknold ist als Kind jedenfalls nie in die Kirche gegangen. „Meine Eltern sind Hippes“, sagt der Jüngling mit dem Rauschebart. Wobei der 22-Jährige der Idee des gesungenen Gebets einiges abgewinnen kann. „Wenn du ein reines Glaubensbekenntnis hörst, so wie Brian Wilson auf ,Pet Sounds‘, dann hat das oft etwas Ergreifenderes als ein gewöhnlicher Lovesong“, findet er. Man kann seine Songs also durchaus als eine Form von Gottesdienst verstehen. Nur dass die Heiligen der Fleet Foxes auf Namen hören wie Simon & Garfunkel oder Crosby, Stills, Nash & Young.

Text: Ulrike Rechel

Fleet Foxes

Huxleys, Mo 24.11., 21.00

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