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Florence And The Machine: How Big How Blue How Beautiful

Florence And The Machine: How Big How Blue Hoe BeautifulAuf dem Cover ist ihr Vorname in dicken Lettern zu sehen. Dazu posiert Florence Welch nicht wie früher mit extravaganter Kleidung oder umrankt von wuchernder Botanik, sondern ganz natürlich wie eine Folksängerin aus den späten 60ern. Die „Maschine“, ihre Begleitband also, ist aber noch in Betrieb. Das war schon in den vorab veröffentlichten Singles „What Kind of Man“ und „Ship to Wreck“ nicht zu überhören. Mit ihnen geht Florence entschlossen in die Offensive – so wie man es erwartet hat. Big is beautiful.
Der Titelsong beginnt zwar bedächtig, aber spätestens zum Ende hin bekräftigt die Sängerin mit viel orchestralem Pomp ihre Neigung zur großen Inszenierung. Man kommt an dieser Stelle nicht umhin, an die hymnischen Qualitäten vieler Titelmelodien aus James-Bond-Filmen zu denken. Ganz sicher wird man bald auch viel von „Queen of Peace“ hören, nicht nur wegen der massiven Präsenz der Melodie, sondern auch wegen der Dominanz der Blas-instrumente, die absolut beeindruckt.
Je länger das Album läuft, desto mehr kann man aber erkennen, dass die Londonerin auch um Kontraste bemüht ist. In „Various Storms & Saints“ wird sie hauptsächlich vom Gitarristen und einem Chor unterstützt. „It’s a different kind of danger“, betont sie in „Delilah“ immer wieder zu einem Northern-Soul-Beat. Es ist ein weiterer Kandidat für die Hitlisten, wie man mit Beruhigung registriert. Andere Musiker verlieren nach dem frühen Durchbruch das Vertrauen in ihre Stärke und werden erratisch. Bei Florence Welch ist das nicht so. Sie streut zwischendurch auch mal eine Pianoballade ein („Caught“), aber deshalb hat man nicht gleich den Eindruck, dass sie an sich zweifelt. Sie bleibt die Überfrau des britischen Pop.

Text: Thomas Weiland

Florence + The Machine, How Big How Blue How Beautiful (Island/Universal)

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