Konzerte & Party

Florence & The Machine in der Columbiahalle

Florence And The Machine

Noch haben nicht alle nachgelegt, aber man darf davon ausgehen, dass die jüngsten britischen Fräuleinwunder länger halten als nur eine Saison. Besonders Florence Welch ist eine Bank. Auf ihrem Debüt „Lungs“ präsentierte sie einen Stil, der sich von dem ähnlich hofierter Kolleginnen deutlich absetzte. Äußerlich verkörperte sie eine Mischung aus Hippie-Mädchen, Gothic-Girl und Operndiva, ihre Stimme war eine Wucht und die Musik rochierte zwischen Punk-Rotz, Soul und dem von Tribal-Drums untermalten Aufbäumen einer Kate Bush oder Siouxsie Sioux. Schön, dass die ehemalige Kunststudentin aus dem Londoner Stadtteil Camberwell zwischenzeitlich nicht Angst vor der eigenen Courage bekommen hat. Wenn man sich ihre zweite Platte „Ceremonials“ anhört, denkt man nur: Was für ein selbstbewusster Vortrag! Vieles von dem, was vorher schon begeisterte, taucht jetzt wieder auf. Aber Welch und ihr Produzent Paul Epworth haben die einzelnen Elemente feiner aufeinander abgestimmt. Was den Sound angeht, hat man sich erneut nicht zurückgehalten. Er wirkt jetzt noch um einiges opulenter. „Ich hatte alles vorab in meinem Kopf gehört: Diese riesigen, intensiven, scheppernden Trommelwirbel zusammen mit den ausladenden Chormelodien und viel Sub-Bass“, erinnert sich Welch. Ein Wort dafür hat sie auch gefunden: Maximalismus. Wenn Phil Spector nicht von der Bahn abgekommen wäre, hätte er an der Zusammenarbeit mit dieser Band sicher seine helle Freude gehabt.

Text: Thomas Weiland

Foto: Universal Music

Florence & The Machine + Spector, Columbiahalle, Sa 24.3., 21 Uhr, VVK: 28 Euro

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