Konzerte & Party

Foals im Huxleys

The Foals in Berlin

Foals-Sänger Yannis Philippakis verkündete zur Veröffentlichung des dritten Albums „Holy Fires“ stolz, dass ein großes Jahr für seine Band bevorstehe. Ein richtiges Gespür, wie sich nach einer Saison zeigt, die verschiedene Preisnominierungen mit sich brachte, darunter die für den renommierten Mercury-Award. Darüber hinaus haben die Rhythmus-Tüftler aus Oxford mit ihrem vielschichtigen Album erstmals Platz 2 der britischen Charts erklommen, und selbst in den USA beginnt man sich für die genre-sprengenden Postpunk-Spieler vermehrt zu interessieren. Es hat sich offenbar gelohnt, kühn in neue stilistische Richtungen aufzubrechen. Statt jugendlich-nervöser Gitarren und Philippakis’ trotzig-deklamierendem Sprechsingen hat die Band den Tiefenraum für sich entdeckt: In vielen der neuen Songs dominieren rohe, tiefe Gitarren; in Songs wie „Inhaler“, einem langen, aus kollektiver Improvisation heraus entstandenem Groovestück, verbreitet ein wummerndes Gitarrenriff hitzige Spacerock-Atmosphäre. Andere Highlights wie das treibende „Everything“ klingen mit ihren discotauglichen Falsett-Chorussen so euphorisch wie MGMT zu ihren popfreudigsten Zeiten. Und der Spross eines griechischen Malers beschränkt sich nicht mehr allein auf den Typus zorniger Youngster, sondern überzeugt auch als Soulmann und abgedrehter Psychedelic-Rocker. Die aktuelle Tour wurde inzwischen vielfach in größere Hallen verlegt; doch von selbstzufriedenem Rockstar-Habitus sind die Foals zum Glück angenehm weit entfernt.

Text: Ulrike Rechel

Foals, ?Huxleys, Do 17.10., 20 Uhr, ?VVK: 26 Ђ zzgl. Gebühr

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