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Foo Fighters: Sonic Highways

Foo Fioghters: Sonic HighwayUnd auch das achte Album der Foo Fighters ist erneut eine Übung in Heldenverehrung: Entstanden im Kontext einer Musik-Doku für den US-Sender HBO reiste die Band dafür an acht verschiedene Orte, die Amerikas Rockmusik auf spezifische Weise prägten. Illustre Gäste halfen vor Ort mit, von den Bad Brains über Chuck D bis Dolly Parton.
Die Gäste aber stehen klar im Hintergrund; im „Nashville“-Song „Congregation“ etwa ist von Parton wenig zu ahnen, stattdessen zelebrieren die Foo Fighters vor allem den eigenen Markenzeichensound, den sie spätestens mit „Echoes, Silence, Patience & Grace“ (2007) gefunden hatten. Ein klar tönendes Schlüsselriff auf der Rickenbacker-Gitarre setzt in dem Song den Start: firmes Fundament für Grohls leichtgängige Gesangsmelodie. Neben einem großen, offenen Chorus durchwandert das Stück exemplarisch für die Bandhandschrift einen gedämpfteren B-Part – die Spontaneität des Moments ist zu spüren. Auch sonst belässt es die Band nicht bei den schlichtest denkbaren Strukturen, sondern integriert Stimmungsexkurse wie im psychedelisch verhangenen Instrumentalpart im gitarrensatten „Outside“. Überhaupt gehört die helle Rampe der Gitarre, in Gestalt ausladender Southern-Rock-Soli und trocken gehobelter Metalriffs wie in „Something From Nothing“.
Gemächlicher schlägt der Puls auf der „B-Seite“, Songs wie „In The Clear“ dürfte das Lichtermeer der Smartphone-Displays im Stadienrund sicher sein, auch „I Am The River“ ist Arenen-Futter. Dann schon lieber beherzte Selbstzitate wie bei „The Feast And The Famine“, in dem die Bad Brains ihre typische, Washington-D.C.-Explosionsdynamik beisteurern – ein Instant-Ohrwurm.

Text: Ulrike Rechel

Foo Fighters, Sonic Highways ?(Sony)

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