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Foo Fighters: „Wasting Light“

Foo Fighters: Wasting LightDas letzte Mal, als man von Dave Grohl hörte, kündigte er nach 15 Jahren Foo Fighters eine längere Auszeit an. Immerhin vier Jahre nach dem extrem erfolgreichen Album „Echoes, Silence, Patience & Grace“ kehrt der größte Rockstar der Flanellhemden-Ära nun zurück und hat ein paar Dinge überdacht. Eine Neuerfindung hat der Mann mit dem „Magnum“-Grinsen danach jedoch nicht betrieben.
Eher im Gegenteil: „Wasting Light“ teilt zum Einstieg eine raue Gitarrenseite aus, die Band klingt wie nervöse Punks. Der zentrale Schauplatz ist effektiv eingeführt: Grohls eigene Garage, ausgestattet mit analog belassener Studiotechnik. Was zunächst wie das Hobby eines gelangweilten Stars wirkt, macht sich klanglich allerdings hoch bezahlt. Der Sound ist dicht und auf schlüssige Weise brechend laut; das Instrumentarium ist konzentriert und überlässt dem Gitarrenriff die Show – in allen Varianten von knackig hart bis massig brodelnd, samt aller freundlich zur Schau gestellten männlichen Symbolkraft. In Tracks wie dem Aufmacher „Bridge Is Burning“ mischt sich die Garagen-Härte, die übrigens von „Nevermind“-Produzent Butch Vig ausgepegelt wurde, mit blühenden Vokalharmonien; man denkt an den melodischen Feinsinn der Queens Of The Stone Age. Nicht der einzige Moment, in dem Josh Hommes Rock-Erfindertum Spuren hinterließ. Der melodiesatte Wall-of-Sound von „Dear Rosemary“ schließlich erhält seine ernste Melancholie durch den Gesangseinsatz von Ehrengast Bob Mould, und im Tränenzieher „I Should Have Known“ mit seinem dramatischen Zigeunergeigen-Intro zupft Ex-Kollege Krist Novoselic den Bass. Die Grenzen zum übergroßen Gefühlstheater sind da so nah wie bei anderen klassischen Rockballaden, etwa der Animals oder – es liegt nahe – bei Seattles Grungebands. So beenden die Foo Fighters ihre vorübergehende Durststrecke mit einem gloriosen Rockalbum ohne Hänger.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Herausragend

Foo Fighters, Wasting Light (Sony) – erscheint am Freitag, den 08. April 2011

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