Popzirkus

Foxygen im Columbia Theater

„A Night At The Opera” revisited: Foxygen laden zur Rock-Revue

Foto: Cara Robbins

Wo Sam France und Jonathan Rado ihre Kräfte vereinen, bleibt wenig Platz für andere Egos. Auf der Schule spielte Rado, heute eine Hälfte von Foxygen, in einer Gruppe, deren Sänger alle mit seinen Rockstar-Allüren genervt habe. Man warf den Poser aus der Band, stellte dafür France ein – und um die Gruppendynamik war es geschehen. „Nach ein paar Aufnahmen fanden alle außer Sam und mir die Musik scheiße“, erzählte Rado kürzlich dem Intro-Magazin.

Eine hübsche Anekdote, die viel aussagt über das Wesen dieses Duos aus Kalifornien: Foxygen halten sich nicht an die Spielregeln vieler Zeitgenossen, die sich ohne Not und Ideen aus dem Siebziger-Fundus bedienen. Luden France und Rado mit ihrem Album „We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic“ noch dazu ein, in ihnen einfach zwei weitere Psych-Garagenrock-Wiedergänger zu sehen, verstörten sie allzu konservative Nostalgiker mit dem versponnenen Nachfolger „…And Star Power“. Nur um nun noch eine Schippe draufzulegen: „Hang“, das fünfte Album des Duos in zehn Jahren, ist großer Pop-Zirkus. Eine wilde Revue, die in ihrer barocken Opulenz so irre und zeitlos klingt, dass sie alles sein kann und nichts: Reminiszenz oder Travestie, „A Night At The Opera“ revisited oder Werbejingle. Beinahe jeder Song verfängt, beinahe allen Zitaten ringen Foxygen dabei eine neue Lesart ab. Was Wunder, dass Bescheidene es mit diesen Showmeistern schwer aushalten.

Columbia Theater Columbiadamm 9-11, Tempelhof, Do 23.2., 20 Uhr, VVK 21,40 €, Support: The Big Moon

Mehr über Cookies erfahren