Konzerte & Party

Frank Popp wagt in Berlin einen Neuanfang

Frank PoppInzwischen würde das etwas anders aussehen. Anleihen bei Motown stehen in der Szene gerade hoch im Kurs, doch genau diesen günstigen Moment will Popp nicht ausnutzen. „Ich will mich da auf gar keine Pionierrolle einlassen. Seit Duffy liegt Soul wieder voll im Trend, da gerät man leicht in den Verdacht, man wolle auf den fahrenden Zug aufspringen. Hinzu kommt, dass ich nie nur auf einen Sound aus war. Ich komme eigentlich mehr vom Rock„, sagt Popp. Diese Vergangenheit hört man seinem neuen Album „Receiver“ auch an. Einflüsse von britischen Beatbands sind nicht zu überhören, es ist so melodisch wie bei den Beat­les und manchmal auch ruppig wie bei The Who.
Nicht nur musikalisch hat sich bei Popp einiges verändert. Die letzten 18 Jahre hat er in Düsseldorf gelebt und gearbeitet. Das ist durchaus eine Stadt mit großer Rocktradition, aber davon sei heute nicht mehr viel übrig. „Proberäume findet man in Düsseldorf nur noch selten, die meisten Bands aus der Gegend kommen inzwischen aus Krefeld, Solingen und Wuppertal.“ Berlin bietet ihm da ganz andere Möglichkeiten, zumal er nicht nur Musik macht, sondern auch ein Label namens TV Eye betreibt. Seine ersten Acts heißen Redondo Beat, Louis Lament und How To Loot Brazil. „Das mit dem Label war eigentlich eine Schnapsidee. Man muss viel Arbeit investieren. Andererseits wollte ich meine Musik nicht mehr abgeben und ständig neu lizensieren. Da nimmt man Mühen gerne in Kauf.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Olaf Heine 

Frank Popp, „Receiver“, CD (TV Eye/Indigo)

Mehr über Cookies erfahren