Konzerte & Party

Frank Wonneberg „Labelkunde Vinyl“

Labelkunde VinylUnd mal ehrlich, wer möchte schon behaupten, dass Coverart auf Bierdeckelgröße, eingezwängt in ein Plastikgehäuse dem Vergleich mit einer LP standhalten kann? „It trivialises a lot of hard work“ bemerkte Johnny Rotten kürzlich in einem Interview. Wohlgemerkt richtete sich seine Kritik gegen CDs. Wie sein Urteil über ein läppisches Datenpaket auf einer Festplatte ausgefallen wäre, lässt sich leicht erahnen.
Frank Wonnebergs Nachschlagewerk widmet sich einem, vor allem für Sammler, nicht weniger wichtigem Bestandteil des Gesamtkunstwerkes Schallplatte – dem Label. Neben schlichten Informationen über Urheber und Laufzeit der einzelnen Stücke, ist dieses Papieretikett natürlich auch Teil der Corporate Identity. Man denke an die kühle Eleganz des Designs von Factory Records oder die Dynamik des Impulse!-Logos. Interessant ist auch die Entwicklung von Virgin Records, wo man zunächst auf Jugendstil, nackte Mädchen und Mike Oldfield setzte und ab 1977 schließlich mit neuem Logo Platten von den Sex Pistols und Devo veröffentlichte.
Auch wenn hier nicht alle Erklärungen immer erhellend sind, gibt das Buch einen schönen Überblick über die Evolution der Labelgestaltung, informiert relativ umfassend über Herstellung und Gestaltung und erklärt zudem wichtige Fachbegriffe.

Text: Timo Wiedenbrück


Frank Wonneberg „Labelkunde Vinyl“
, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 544 Seiten, 99 Euro.

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